Allgemeine Psychologie – Wahrnehmnung

Fragen und Antworten – Kapitel 2


Fragen

1. Wozu dienen Grenz-, Herstellungs- und Konstanzmethode?
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen ihnen?

2. Wie könnte eine Untersuchung zur Feststellung des Weberschen Quotienten ΔS/S bei der Wahrnehmung von Süße (z. B. durch Zucker im Kaffee) aufgebaut sein?

3. Einer Versuchsperson werden zwei Töne dargeboten und sie wird aufgefordert, einen Ton herzustellen, dessen Lautstärke genau in deren Mitte liegt. Wie lässt sich anhand des Fechnerschen Ansatzes vorhersagen, welche Lautstärke der von der Versuchsperson hergestellte Ton aufweisen wird?

4. Welches sind die kritischen Annahmen der Signalentdeckungstheorie hinsichtlich des Problems psychophysischer Untersuchungen, dass das Antwortverhalten einer Versuchsperson nicht allein von ihrer Sensitivität, sondern zudem von Entscheidungstendenzen bestimmt wird? Auf welche Weise lässt sich dieses Problem lösen?

5. In einem Signalentdeckungsexperiment mit insgesamt 400 Durchgängen wird in der einen Hälfte der Durchgänge ein Reiz vorgegeben, in der anderen dagegen nicht. Eine Versuchsperson erreicht 160 Treffer und 120 korrekte Ablehnungen.

a) Wieviele Verpasser und wieviele falsche Alarme produziert diese Versuchsperson?
b)
In welche Richtung (erhöhend oder vermindernd) müsste sich jeder der vier Werte ändern, wenn dasselbe Experiment mit einer anderen Versuchsperson durchgeführt werden würde, die dieselbe sensorische Empfindlichkeit, aber ein liberaleres Antwortkriterium aufweist?


6. Welche Wahrnehmungsveränderungen sind Ihnen aus dem Alltagserleben bekannt?

 


Antworten

1. Alle drei Methoden dienen der Bestimmung von Wahrnehmungsschwellen. Während bei der Grenzmethode die Ausprägung des zu beurteilenden Reizes durch die Versuchsleitung sukzessive monoton erhöht oder erniedrigt wird, werden bei der Konstanzmethode die einzelnen Ausprägungen in zufälliger Reihenfolge vorgegeben. Bei der Herstellungsmethode wiederum wird die Versuchsperson aufgefordert, selbst eine zur jeweiligen Wahrnehmungsschwelle gehörende Reizausprägung herzustellen.


2. Eine Möglichkeit bestünde darin, Versuchspersonen nach dem Genuss von mit einer bestimmten Menge Zucker versehenen Kaffeeproben jeweils weitere Proben mit leicht erhöhtem sowie erniedrigtem Zuckergehalt vorzugeben, die hinsichtlich ihrer Unterscheidbarkeit von der Ausgangsprobe zu beurteilen sind.

3. Aus der Fechner-Funktion können zunächst die den objektiven Reizintensitäten der beiden dargebotenen Töne zugehörigen Empfindungsstärken ermittelt werden. Der von der Versuchsperson hergestellte Reiz sollte dann die Intensität aufweisen, die dem Mittelwert der beiden ermittelten Empfindungsstärken entspricht.

4. Der Signalentdeckungstheorie zufolge erfolgt eine positive Antwort nur, wenn die mit einem Reiz einhergehende Empfindungsstärke einen kritischen Wert überschreitet, dessen Höhe durch Faktoren wie erwartete Konsequenzen oder Motivation beeinflusst wird. Durch die Analyse positiver und negativer Antworten unter Bedingungen anwesender und abwesender Reize wird eine Schätzung dieses Antwortkriteriums vorgenommen.

5. (a) 40 Verpasser, 80 falsche Alarme;
(b)
Erhöhung der Treffer und falschen Alarme, Verminderung der Verpasser und korrekten Ablehnungen.

6. Sicherlich Verminderung der wahrgenommenen Intensität eines Reizes durch Adaptation, wechselnde Perzepte bei der Betrachtung von Kippbildern und plötzliches Entstehen eines stabilen Perzepts bei zunächst schwer erkennbaren Reizen.



 

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