Diagnostische Erhebungsverfahren

Kapitelübersicht


Kapitel 1

Diagnostische Erhebungsverfahren: Eine Standortbestimmung


Überblick

Die Psychologische Diagnostik bildet eine zentrale angewandte Querschnittsdisziplin der Psychologie. Sie beschäftigt sich mit der regelgeleiteten Sammlung und Aufbereitung von gezielt erhobenen Informationen, die für die Beschreibung, Erklärung und Vorhersage menschlichen Erlebens und Verhaltens bedeutsam sind. In diesem Kapitel wurden die zentralen Ziele der diagnostischen Datenerhebung kurz erläutert und wichtige Anwendungsgebiete beschrieben. Sehr häufig werden in der Praxis psychologische Tests eingesetzt, die man grob in drei Gruppen unterteilen kann (Leistungstests, psychometrische Persönlichkeitstests und Persönlichkeits-Entfaltungstests). Eine besondere Stellung nehmen dabei die Leistungstests ein (z. B. Entwicklungs-, Intelligenz- und Schultests). Eine aussagekräftige Sammlung diagnostischer Daten setzt immer die Kombination verschiedener Informationsquellen voraus, die zu einem diagnostischen Urteil integriert werden müssen.

 

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Kapitel 2

Entwicklungsdiagnostik


Überblick

Die Entwicklungsdiagnostik weist eine lange Tradition auf, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreicht (Tagebuch-Methode, detaillierte Baby-Beobachtungen). In diesem Kapitel wurden der Entwicklungsbegriff und entsprechende entwicklungspsychologische Vorannahmen ausgeführt. Drei Verfahrensweisen der Entwicklungsdiagnostik wurden erläutert: der Einsatz von allgemeinen und von spezifischen Entwicklungstests sowie das Entwicklungsscreening. Als wesentliche Konstruktionsmerkmale von Entwicklungstests wurde auf Stufenleiterverfahren, Testbatterien und Inventare eingegangen. Für die verschiedenen Vorgehensweisen wurden aktuelle und verbreitete Testverfahren aufgeführt und anschaulich erläutert. Methoden der Entwicklungsdiagnostik werden in erster Linie in der Kinder- und Jugendmedizin (Kinderheilkunde, Neuro- und Sozialpädiatrie; Kinderpsychiatrie) und im Bereich der Pädagogik (Früh- und Sonderpädagogik) eingesetzt.

 

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Kapitel 3

Persönlichkeitsdiagnostik


Überblick

Die Persönlichkeitsdiagnostik kommt in vielen Anwendungsbereichen zum Einsatz. Persönlichkeitsmerkmale können u. a. eingesetzt werden, um Berufserfolg vorherzusagen oder um einen Beitrag zur Entstehung psychischer Erkrankungen zu leisten. Welche Merkmale genutzt werden, um Persönlichkeit zu beschreiben, hängt vom zugrunde liegenden Persönlichkeitsmodell ab. Auch die Art und Weise der Datenerhebung wird durch die jeweilige Persönlichkeitstheorie geprägt. Fragebögen stellen nach wie vor das am häufigsten verwendete Format in der Persönlichkeitsdiagnostik dar, das aufgrund der Verwendung von Selbstaussagen als direkte Persönlichkeitsmessung bezeichnet werden kann. Da Fragbögen jedoch dem Gütekriterium der Unverfälschbarkeit nur unzureichend genügen, wurden mit den objektiven Persönlichkeitstest neue Testformate eingeführt. Dabei wird das Persönlichkeitsmerkmal indirekt erfasst. Darüber hinaus stehen mit den projektiven Tests Verfahren zur Verfügung, die eine Deutung der Aussagen erfordern, die die Testperson macht.

 

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Kapitel 4

Intelligenzdiagnostik


Überblick

Die Einschätzung von kognitiven Fähigkeiten spielt bei vielen psychologischen und pädagogischen Fragestellungen eine wichtige Rolle. Daraus ergibt sich eine große Vielfalt an Anwendungsfeldern für die Intelligenzdiagnostik. Intelligenztests gehören zu den am häufigsten eingesetzten psychologischen Testverfahren. Intelligenz wird als globales, gleichzeitig aber auch aus vielen verschiedenen Fähigkeiten zusammengesetztes Konstrukt definiert. Daher unterscheiden sich Intelligenztests auch in Abhängigkeit davon, welche Teilaspekte der Intelligenz im jeweiligen Test abgebildet werden.

 

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Kapitel 5

Klinisch-psychologische Diagnostik


Überblick

Entscheidungen in der Klinischen Psychologie, Psychotherapie und Psychiatrie zum Wohle von Menschen, die Risiken für die Entstehung einer psychischen Störung aufweisen oder von einer solchen Krankheit betroffen sind, erfordern eine große Sorgfalt. Risiken und psychische Krankheiten dürfen weder bagatellisiert noch dramatisiert werden. Aus diesem Grund müssen klinischpsychologische Urteile durch eine multimodale Diagnostik abgesichert werden, d.h. eine Diagnostik, die verschiedene Methoden und Perspektiven der Datenerhebung umfasst. So weisen psychische Krankheiten physiologische, subjektive und soziale Aspekte auf, die umfassend erhoben werden müssen. Die Sichtweisen von Betroffenen, ihren Angehörigen und Experten klaffen oft in ihren Urteilen weit auseinander. Aus diesem Grund müssen Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren (inkl. des klinischen Urteils) miteinander in Relation gesetzt werden. Nehmen Kinder und Jugendliche die Patientenrolle ein, dann sind Urteile von Bezugspersonen (Eltern, Erzieher, Lehrkräfte) von besonderer Bedeutung. Die Diagnostik sozialer Interaktionen stellt dabei eine besondere Herausforderung an die klinisch-psychologische Diagnostik dar.
Apparative Methoden und die Felddiagnostik führen völlig zu Unrecht und zugunsten einer Fragebogendiagnostik im klinischen Setting ein Schattendasein. So ist die Felddiagnostik (das Ambulatory Assessment) die Methode der Wahl, um Verhalten und Erleben unmittelbar in der natürlichen Umgebung zu erfassen. Auf diese Weise lassen sich Verzerrungen aufgrund einer künstlichen Erhebungssituation oder durch Erinnerungs- und Täuschungseffekte vermeiden. Vor allem neue Registriertechniken und neue Medien eröffnen hier der Klinischen Psychologie und der klinisch-psychologischen Diagnostik interessante Zugänge, um ökologisch valide Daten zu gewinnen.

 

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Kapitel 6

Eignungsdiagnostik


Überblick

Der Bereich Personalauswahl und Personalmanagement bildet ein wichtiges Betätigungsfeld für die psychologische Eignungsdiagnostik. Hierfür steht eine Vielzahl von diagnostischen Erhebungsmethoden zur Verfügung, die von Intelligenztests über Arbeitsproben bis zu Rollenspielen reichen. Zahlreiche Studien bestätigen die hohe Korrelation zwischen Intelligenz und dem Erfolg in Ausbildung und Beruf. Neben Intelligenztests spielen Persönlichkeitsfragebögen im Rahmen der Personalauswahl eine immer größere Rolle; die Aussagekraft solcher Verfahren ist dann besonders gut, wenn man sie mit verschiedenen anderen Erhebungsmethoden kombiniert. Unter den simulationsorientierten Verfahren nehmen die Arbeitsproben eine besondere Rolle ein, da die Testanforderungen für den Bewerber transparent gestaltet sind und zudem diese Ansätze besonders gut das Kriterium der Testfairness erfüllen. Das Assessment-Center, aber auch anspruchsvolle Einstellungsinterviews (z.B. das Multimodale Interview), kombinieren verschiedene eignungsdiagnostische Zugänge und sind zudem bei den Bewerbern sehr gut akzeptiert. Die Diagnostik sozialer Kompetenzen, als neuerer Aspekt der Eignungsdiagnostik, wird zukünftig in einer Gesellschaft, die sich immer stärker als Dienstleistungsgesellschaft begreift, an Bedeutung gewinnen.

 

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Kapitel 7

Pädagogisch-psychologische Diagnostik


Überblick

Die pädagogisch-psychologische Diagnostik weist eine Vielzahl von Anwendungsfeldern auf. Übergreifendes Ziel ist dabei die Analyse der Bedingungen von Lernprozessen, des Lernverlaufs und der Resultate von Lehr-Lern-Prozessen. Anhand diagnostischer Erhebungsverfahren werden Informationen gesammelt und bewertet, um Lernprozesse zu optimieren. Neue Ansätze der pädagogisch-psychologischen Diagnostik betonen die Bedeutung einer ressourcenorientierten Vorgehensweise. Wichtige Anwendungsfelder der pädagogisch-psychologischen Diagnostik stellen die Erfassung der Leistungsmotivation, die Diagnostik von Lernstörungen und die Hochbegabtendiagnostik dar. Ein traditionelles und deshalb besonders in diesem Kapitel gewürdigtes Gebiet der pädagogisch-psychologischen Diagnostik bildet die Erfassung von Lernergebnissen. Hier bilden der sorgfältige Umgang mit Schulnoten und der Einsatz von Schulleistungstests eine wichtige Domäne der pädagogisch-psychologischen Diagnostik.

 

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Kapitel 8

Neuropsychologische Diagnostik


Überblick

Neuropsychologische Beeinträchtigungen ergeben sich nicht nur nach Schädigungen des Gehirns; sie können auch im Rahmen psychischer Störungen auftreten. Es handelt sich dabei allgemein um Defizite in den Bereichen Kognition, Emotion, Motivation und Verhalten, die im Rahmen einer neuropsychologischen Diagnostik systematisch erhoben werden können. Dafür stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung; am häufigsten werden jedoch standardisierte Tests eingesetzt. Zur Interpretation der Ergebnisse werden auch Informationen aus anderen Disziplinen wie beispielsweise der Neurologie (Art und Ursache der Schädigung des Gehirns), der Neurobiologie (Aussagen zur Hirnreifung) oder der Neuroanatomie (Lokalisation der Hirnschädigung) herangezogen. Auf der Basis der Ergebnisse einer neuropsychologischen Diagnostik lassen sich Prognosen über den weiteren Entwicklungsverlauf erstellen und Interventionsmaßnahmen gezielt planen, durchführen und evaluieren.

 

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Kapitel 9

Rechtspsychologische Diagnostik


Überblick

Diagnostik in der Rechtspsychologie weist eine enge Verbindung zu juristischen Fragestellungen auf. Die klassische Aufgabe besteht in diesem Kontext darin, sachverständige Gerichtsgutachten zu erstellen. Der psychologische Gutachter liefert dem Gericht mit seinem Gutachten eine Entscheidungsgrundlage und erhält damit die Position eines Gehilfen des Gerichts. Gutachten werden in verschiedenen Bereichen des Rechts angefordert (u. a. im Strafrecht, Zivilrecht, Sozialrecht). Da die diagnostischen Fragestellungen in der Rechtspsychologie eine große Heterogenität aufweisen, ist ein einheitliches Vorgehen nicht möglich. Diagnostische Strategien unterscheiden sich daher in Abhängigkeit von der jeweiligen Fragestellung. Zu den typischen Themen der rechtspsychologischen Begutachtung gehören Fragen zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, Aussagen zur Kriminalprognose eines Straftäters oder Fragen zum Kindeswohl im Kontext des Sorge- und Umgangsrechts. Gerade für den Bereich des Sorge- und Umgangsrechts zeigt sich, dass die Aufgabe eines Gutachters auch darin besteht, lösungsorientierte Maßnahmen in den diagnostischen Prozess einzubinden, um die beteiligten Parteien auf dem Weg hin zu einer einvernehmlichen und selbstständigen Konfliktlösung zu begleiten.

 

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Kapitel 10

Rehabilitationsdiagnostik


Überblick

Ziel der medizinischen Rehabilitation ist die Wiedereingliederung des meist chronisch kranken Patienten in seinen Alltag und in seinen Beruf. Die Grundlage für die Beurteilung und Beschreibung der Leistungsfähigkeit eines Rehabilitanden bildet das ICF-Modell. Wichtige Begriffe sind dabei Funktionen und Körperstrukturen, Aktivitäten und Teilhabe. Die Rehabilitationsdiagnostik will einerseits die wichtigen Aspekte des ICF-Modells spezifizieren und andererseits folgt sie einem Prozessmodell, bei dem jede Rehabilitationsphase eigene Zielsetzungen verfolgt und spezifische Erhebungsverfahren eingesetzt werden. Bei den Fragebögen handelt es sich um krankheitsübergreifende (generische), krankheitsspezifische und speziell auf sozialmedizinische Fragestellungen ausgerichtete Erhebungsverfahren. Neben Faktoren der Funktionsfähigkeit werden insbesondere Kontextfaktoren erhoben, etwa Lebensqualität, Selbstwirksamkeit, psychische Belastung, Behandlungszufriedenheit, Rehabilitationsmotivation, soziale Unterstützung, Krankheits- und Schmerzbewältigung.

 

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