Forschungsmethoden der Psychologie

Fragen und Antworten – Kapitel 1


Fragen


1.
Welches Prinzip ist innerhalb des kritischen Rationalismus grundlegend? Was besagt dieses Prinzip?

2. Was bedeutet „intersubjektive Überprüfbarkeit“?

3. Welche Komponenten beinhaltet das Hempel-Oppenheim- Erklärungsschema und wodurch sind diese gekennzeichnet?

4. Worin unterscheiden sich beschreibende und erklärende Studien?


Antworten


1.
Das Falsifikationsprinzip ist innerhalb des kritischen Rationalismus grundlegend. Im Rahmen des Falsifikationsprinzips geht es nicht darum, Hypothesen zu verifizieren, sondern sie zu falsifizieren. Hypothesen lassen sich somit nicht endgültig verifizieren, sondern es geht im Forschungsprozess darum, sie zu widerlegen. Man kann sich also nur schrittweise an die Wahrheit annähern, indem verschiedene Tests durchgeführt werden, in denen eine Widerlegung der Hypothese misslingt.

2. Intersubjektive Überprüfbarkeit bedeutet, dass jede wissenschaftlich arbeitende Person das Experiment bzw. das gefundene Resultat nachprüfen kann. Der Versuchsablauf und die Datenerhebung werden genau und bis ins Detail festgelegt und dokumentiert, sodass eine vollständige Replizierbarkeit des Ablaufs gewährleistet ist. Beobachtungen können von unterschiedlichen Forschern unabhängig voneinander nach dem gleichen standardisierten Schema kodiert werden, sodass ihre besondere Erfassung nicht von den Fähigkeiten einer speziellen Person abhängt sondern in unterschiedlichen Forschungseinrichtungen wiederholbar ist.

3. Das Hempel-Oppenheim-Erklärungsschema beinhaltet ein Gesetz bzw. Gesetze, wobei sich die Dann-Komponente auf den Sachverhalt bezieht, der durch das Explanandum gekennzeichnet wird. Eine weitere Komponente stellen Antezedenzbedingungen dar, bei denen es sich um die Randbedingungen handelt, unter denen das Explanandum auftritt. Sie beziehen sich auf raum-zeitliche eingegrenzte Sachverhalte. Ferner beinhaltet das Erklärungsschema das Explanandum, womit der Sachverhalt bezeichnet wird, der erklärt werden soll. Dieser enthält ebenfalls eine raum-zeitliche Spezifizierung. Antezedenzbedingungen und Gesetze werden zum Explanans zusammengefasst. Das Explanandum stellt die logische Folgebeziehung zwischen Explanans und Explanandum dar.

4. Beschreibende Studien befassen sich mit der Frage, auf welchen Merkmalsdimensionen ein Sachverhalt abgebildet werden soll. Zielsetzung ist die Beschreibung von Merkmalsausprägungen auf interessierenden Merkmalsdimensionen. Ziel erklärender Studien ist es, gesetzmäßige Zusammenhänge zwischen Merkmalsdimensionen aufzufinden und zu erklären. Beschreibende Studien legen den Schwerpunkt auf die Definition der Merkmalsdimensionen, die zur Beschreibung eines Sachverhalts benutzt werden, während es bei erklärenden Studien um die Überprüfung der empirischen Gültigkeit von Hypothesen geht. Beschreibende Studien sind nur dann gültig, wenn ihnen eine repräsentative Stichprobe zugrunde liegt, da sie sich damit befassen, wie bestimmte Parameter in der Population als Ganzes ausgeprägt sind. Erklärende Studien hingegen sind auch mit eingeschränkten, nicht repräsentativen Stichproben durchführbar, denn Hypothesen sind Aussagen, die sich auf die Beziehung zwischen unabhängiger und abhängiger Variable beziehen. An welchen Personen der Zusammenhang der Variablen empirisch getestet wird, ist von zweitrangiger Bedeutung. Auch im Ergebnis unterscheiden sich beschreibende und erklärende Studien: beschreibende Studien führen zu Taxonomien, erklärende Studien zu Theorien.



 

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