Forschungsmethoden der Psychologie

Fragen und Antworten – Kapitel 2


Fragen


1.
Nennen und erläutern Sie die vier zentralen wissenschaftlichen Aktivitäten nach von Alemann (1977).

2. Welche Vor- und Nachteile haben Fallstudien?

3. Welche Vor- und Nachteile haben Korrelationsstudien?

4.
Was sind Metaanalysen und wozu dienen sie?



Antworten


1.
a) Problembezug herstellen. Die Herstellung des Problembezugs steht am Anfang des Forschungsprozesses. Die Forschung stößt auf eine Fragestellung, die ungelöst ist oder so erscheint.
b) Logik anwenden. Die Forschungslogik ist auf die Aufstellung und Prüfung von Hypothesen fokussiert. Eine Hypothese sollte z.B. widerspruchsfrei formuliert sein und die Dann-Komponente sollte keine Wiederholung der Wenn-Komponente mit anderen Worten darstellen.
c) Methodik des Faches einbeziehen. Die Methodik des Faches umfasst die verschiedenen Untersuchungsansätze, die für die Forschung zur Verfügung stehen, sowie statistische Auswertungsverfahren, die sich auf sie anwenden lassen.
d) Organisation der Forschung durchführen. Die Organisation der Forschung verweist darauf, dass es sich um ein praktisches Tun handelt, dessen Ablauf geplant und koordiniert werden muss.

2. Eine Fallstudie liefert detaillierte qualitative Beschreibungen von Vorgängen in natürlichen Situationen. Mittels einer Fallstudie können extreme Situationen und extreme Leistungen sinnvoll interpretiert und daraus z.B. Schlüsse darauf gezogen werden, wie man extreme Fehlentwicklungen vermeiden kann. Zudem lässt sie sich als Teil einer historischen Analyse einordnen. Bei der Analyse von Archivmaterial treten darüber hinaus keine Störungen der zu untersuchenden Prozesse auf, die zu einer Verfälschung der Daten führen könnten.
Zu den Nachteilen einer Fallstudie zählt, dass sie nur eine Generalisierung auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten ermöglicht. So kann nicht gesagt werden, ob die aufgetretenen Ereignisse auf den Besonderheiten des Falles in der speziellen Umgebung beruhen oder auf Prozessen, die allgemeingültig sind. Die Möglichkeit, direkte kausale Beziehungen zwischen wichtigen Variablen herzustellen, ist eingeschränkt oder entfällt ganz. Auch fehlen häufig objektive Information über die involvierten Personen oder Ereignisse, da häufig auf subjektive Eindrücke Bezug genommen wird. Des Weiteren besteht bei zufälliger Auswahl eines untypischen Einzelfalls die Gefahr, dass falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.

3. Zu den Vorteilen von Korrelationsstudien zählt, dass mit ihnen die Beziehung zwischen bestimmten Variablen untersucht werden kann, ohne dass eine fehlerhafte Manipulation von Bedingungen die Ergebnisse verzerren kann. Zudem lassen sich Fragestellungen untersuchen, die experimentell nicht getestet werden können. Sowohl Querschnitt- als auch Längsschnittdaten lassen sich mit dieser Methode analysieren. Mittels entsprechender Verfahren der Datenauswertung können darüber hinaus Hinweise auf die Angemessenheit von Ursache-Wirkungs-Modellen und Mediationsmodellen gewonnen werden.
Als Nachteile von Korrelationsstudien lässt sich feststellen, dass nur eine begrenzte Einsicht in die Kausalität der Beziehung zwischen den Variablen gewonnen werden kann, da keine Manipulation der unabhängigen Variablen und auch keine Kontrolle aller denkbaren Störvariablen stattfindet. Ferner kann die Richtung der Ursache zwischen den Variablen nicht eindeutig geklärt werden, was jedoch nicht für Längsschnittstudien gilt.

4. Metaanalysen stellen Zusammenfassungen der Ergebnisse mehrerer vergleichbarer Untersuchungen zu einer Hypothese dar. Hierdurch soll der aktuelle Forschungsstand zu einer bestimmten Hypothese oder Forschungsfrage erkundet werden. Durch integrative Signifikanztests über mehrere Studien kann berechnet werden, wie die Effektstärken in der Population ausfallen. Dazu werden Effektmaße einzelner Studien zu einem integrativen Effektmaß zusammengefasst. Außerdem wird in einer Metaanalyse überprüft, ob sich die Ergebnisse unterschiedlicher Studien voneinander unterscheiden und somit eine Heterogenität der Effektmaße vorliegt. Metaanalysen können darüber hinaus auch verwendet werden, um neue Hypothesen zu testen.



 

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