Forschungsmethoden der Psychologie

Fragen und Antworten – Kapitel 3


Fragen


1.
Nennen und erläutern Sie mindestens drei Punkte, die die interne Validität einer Studie beeinträchtigen können.

2.
Wann werden Korrelationsstudien anstelle von Experimenten durchgeführt?

3. Wodurch kann die statistische Schlussfolgerungsvalidität einer Studie bedroht werden? Nennen und erläutern Sie mindestens drei Bedrohungen.

4. Erläutern Sie die Begriffe „Alpha-Fehler“, „Beta-Fehler“ und „Teststärke“.



Antworten


1.
a)
Uneindeutige zeitliche Aufeinanderfolge. Ist unklar, welche Variable als erste auftritt, kann es zu Unsicherheiten dahingehend kommen, welche Variable Ursache und welche Variable Effekt ist. Um dennoch einen kausalen Schluss zu ziehen, wird manchmal davon ausgegangen, es gäbe eine eindeutige zeitliche Reihenfolge der Realisierung der Variablen, obwohl diese nicht eindeutig feststeht.

b) Selektion. Systematische Unterschiede in der Zuordnung von Teilnehmern können den beobachteten Effekt verfälschen. Ohne Randomisierung sind Alternativhypothesen im Hinblick auf die Zusammensetzung der Teilnehmer in Experimental- und Kontrollgruppe plausibel, welche die Interpretierbarkeit der Ergebnisse in Frage stellen.

c) Geschichte. Externe Ereignisse, die gleichzeitig mit der Manipulation auftreten, können einen ungewollten Einfluss auf den beobachtbaren Effekt haben. Dies ist insbesondere bei Vortest-Nachtest-Versuchsplänen relevant, wenn zusätzliche Ereignisse parallel mit der experimentellen Manipulation auftreten (Zeit zwischen Vor- und Nachtest).

2. Korrelationsstudien werden oft durchgeführt, wenn eine unabhängige Variable betrachtet wird, die nicht manipulierbar ist oder die aus ethischen Gründen nicht manipuliert werden kann. Zudem können Korrelationsstudien angewendet werden, um die Generalisierbarkeit der Ergebnisse experimenteller Studien zu prüfen (vgl. die geringe externe Validität von Experimenten).

3.
a) Geringe Teststärke. Bei einer geringen Teststärke besteht die Gefahr, dass zu Unrecht angenommen wird, dass die Beziehung zwischen Manipulation und Ergebnis nicht signifikant ist.

b) Verletzung der Annahmen statistischer Methoden. Werden die Annahmen statistischer Methoden verletzt, kann es zu einer Über- oder Unterschätzung der Größe oder Signifikanz eines Effektes kommen.

c) Fishing und das Problem der Fehlerrate. Wiederholte Tests für signifikante Beziehungen können zur Inflation der statistischen Tests führen, wenn nicht für die Anzahl der Tests korrigiert wird.

4. Wird der Alpha-Fehler begangen, wird die Nullhypothese abgelehnt, obwohl sie gilt. Stattdessen wird fälschlicherweise die Gültigkeit der Alternativhypothese angenommen. Beim Beta-Fehler wird die Nullhypothese beibehalten, obwohl die Alternativhypothese gilt. Teststärke (auch Power genannt) bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, mit der ein statistischer Test eine nicht gültige Nullhypothese ablehnt und zugunsten der gültigen Alternativhypothese entscheidet.



 

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