Forschungsmethoden der Psychologie

Fragen und Antworten – Kapitel 4


Fragen


1.
Nach welchen Kriterien werden Interviewverfahren allgemein klassifiziert?

2. Nennen Sie die Vor- und Nachteile des stark strukturierten Interviews.

3. Welches Interviewerverhalten ist bei einem narrativen Interview günstig?

4. Beschreiben Sie die Grundzüge und Unterschiede des biografischen und situativen Interviews.

5. Wie unterscheiden sich Anamnese und Exploration?

6. Nennen Sie einige Grundvoraussetzungen für eine klientzentrierte Gesprächsführung.




Antworten


1. Gesprächsformen zur Gewinnung von Daten über Personen lassen sich im Wesentlichen nach dem Grad der Strukturierung (wenig-, teil- oder stark strukturiert) und der Standardisierung (standardisiert, nicht standardisiert) einteilen.

2.
Vorteile:
Inhalt, Anzahl und Reihenfolge sowie sprachliche Formulierungen sind festgelegt; erhöhte Erreichbarkeit, schnelle Verarbeitungsmöglichkeit der Daten.

Nachteile: Es muss auf eine exakte und sorgfältige Vorgehensweise geachtet werden, sodass sowohl Befragter als auch Interviewer in ihrem Freiheitsspielraum stark eingeschränkt sind.

3. Es sollte eine nicht autoritäre und kollegial-freundschaftliche Vertrauensatmosphäre als unabdingbare Voraussetzung für das Erzählen angestrebt werden.

4. Beim biografischen Interview geht es darum, vergangenes berufsrelevantes Verhalten möglichst konkret zu erfassen. Beim situativen Interview wird eine realitätsnahe Arbeitssituation geschildert und der Bewerber wird aufgefordert anzugeben, wie er in dieser Situation handeln würde. Der Hauptunterschied zwischen beiden Interviews ist, dass biografische Fragen vergangenheitsbezogen und situative Fragen zukunftsbezogen sind.

5. Die Anamnese zielt auf die Sammlung und Systematisierung von Informationen aus der Vor- bzw. Entwicklungsgeschichte der Patienten ab. In der Exploration wird die aktuelle Situation oder das vorliegende Problem des Patienten inklusive seiner subjektiven Wahrnehmung erfragt.

6. Um eine gute Gesprächsatmosphäre zu schaffen und zur Förderung der therapeutischen Beziehung gelten Zuwendung und Aufnahmebereitschaft (aktives Zuhören), Einfühlungsvermögen (Empathie), Echtheit (Kongruenz) und eine respektvolle Haltung gegenüber dem Patienten (Akzeptanz) als günstige Verhaltensweisen und Basisfertigkeiten.



 

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