Forschungsmethoden der Psychologie

Fragen und Antworten – Kapitel 6


Fragen


1.
Welche Maße der Aktivität des (a) autonomen und (b) somatischen Nervensystems sind Ihnen bekannt?

2. Mit welcher Methode können raum-zeitlich begrenzte, reversible Läsionen bestimmter Hirnbereiche hervorgerufen werden?

3. Nennen sie vier verschiedene nicht-invasive bildgebende Verfahren und erklären Sie diese kurz.

4. Nehmen sie kurz Stellung zur Rolle der Biologie in der Psychologie.

5. Bei der Hautleitfähigkeit wird zwischen tonischen Aktivierungsprozessen und phasischen Leitwertveränderungen unterschieden. Erklären Sie die Unterschiede.



Antworten

1.
a) autonom: kardiovaskuläre Aktivität und Hautleitfähigkeit
b) somatisch: Augenbewegung und Muskelspannung

2. Mithilfe der transkranialen Magnetstimulation (TMS) können gezielt kortikale Areale für einen Zeitraum im Millisekundenbereich inaktiviert werden. Es können also raum-zeitlich begrenzte, reversible Läsionen bestimmter Hirnbereiche hervorgerufen werden.

3.
Computertomografie (CT):

Computergestütztes Röntgenverfahren zur Visualisierung des Gehirns und anderer innerer Strukturen des lebenden Körpers.
Positronen-Emissions-Tomografie (PET):
Bei der PET handelt es sich um die erste bildgebende Technik, die die Visualisierung von Gehirnaktivität ermöglichte. Hierfür müssen bei diesem Verfahren radioaktive Tracer injiziert werden, die die funktionelle Bildgebung ermöglichen.
Elektroenzephalografie (EEG):
Die Aktivität des Gehirns wird über Elektroden registriert, die auf der Kopfhaut angebracht werden. Das EEG hat eine sehr hohe zeitliche, jedoch eine recht geringe räumliche Auflösung.
Magnetoenzephalografie (MEG):
Die Magnetoenzephalografie misst Veränderungen in Magnetfeldern auf der Oberfläche der Kopfhaut.
Magnetresonanztomografie (MRT):
Wasserstoffatome strahlen Wellen aus, wenn sie über Radiowellen in einem Magnetfeld erregt werden. Diesen Umstand macht sich die MRT zunutze: Durch die Messung dieser Wellen erstellt sie hochauflösende Aufnahmen des Gehirns und anderer innerer Strukturen.
funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT):
Die funktionelle MRT ermöglicht die Darstellung aktiver Hirnbereiche, indem Sie die Zunahme des Sauerstoffflusses in diese Bereiche misst.
funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS):
Bei diesem Verfahren handelt es sich um ein optisches bildgebendes Verfahren. Veränderungen im Sauerstoffgehalt des Blutes im Hirn werden durch die Schädeldecke gemessen. Zur Messung dieser Veränderungen wird bei der fNIRS infrarotes Licht verwendet.

4. Diese Frage erlaubt verschiedene, breitgefächerte Antwortmöglichkeiten. Eine korrekte Antwort sollte dennoch Informationen aus den Abschnitten 1 und 2 dieses Kapitels beinhalten, etwa folgende:

Biologische Methoden und Messverfahren nehmen heute eine immer wichtigere Rolle in der Psychologie ein. Die verwendeten Verfahren stammen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (Neuropsychologie, Psychophysiologie, …), die unter der Bezeichnung „Biopsychologie“ zusammengefasst werden. Verschiedene Befunde haben einen Beitrag zur Etablierung biologischer Zugänge in der psychologischen Forschung geleistet. Der biologische Ansatz findet sich schon in den Anfängen der wissenschaftlichen Psychologie (Wundt, James, Broca, …).

5. Tonische Aktivierung bezeichnet eine länger anhaltende Bewusstseinslage (das Aktivierungsniveau), wie Müdigkeit oder Wachheit.
Phasische Aktivierung dagegen steht für kurzfristige Aktivierungsschwankungen etwa zur Steuerung der Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit einer Person in einer bestimmten Reizsituation.



 

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