Forschungsmethoden der Psychologie

Fragen und Antworten – Kapitel 9


Fragen

 

1. Benennen Sie im Rahmen von Längsschnittstudien Faktoren, die sich auf die selektive Stichprobenveränderung auswirken.

2. Vergleichen Sie die Vor- und Nachteile von Längs- und Querschnittstudien.

3. Welche Testungsfaktoren spielen in der Veränderungsmessung eine besondere Rolle?

4. Was versteht man unter dem Messbedeutungsproblem?

5. Diskutieren Sie am Beispiel der Dunedin-Studie mögliche Aussagen einer Längsschnittstudie.

6. Diskutieren Sie einige Probleme, die bei der Planung einer Längsschnittstudie im Rahmen der Wahl des Erhebungsintervalls beachtet werden müssen.



Antworten

1. Selektive Ausgangsstichprobe, selektive Stichprobenveränderung, Wahl eines angemessenen Erhebungsintervalls, Testungsfaktoren und Einflüsse des Erhebungsinstruments.

 

2.
Querschnittstudien

Vorteile: Zeit- und kostenökonomisch, Versuchspersonen lassen sich leichter rekrutieren, da es nur eine Messung gibt.

Nachteile: Konfundierung von Alter der Versuchspersonen und ihrer Kohortenzugehörigkeit, intraindividuelle Veränderungen und differenzielle Entwicklungsverläufe können nicht erfasst werden, da es nur einen Messzeitpunkt gibt, keine interindividuellen Unterschiede in der Veränderung erfassbar, eine Generalisierung auf andere Messzeitpunkte ist nicht möglich, beim Vergleich von Kohorten (Altersgruppen) treten personenspezifische Messfehler jedes Teilnehmers auf.


Längsschnittstudien

Vorteile: Intraindividuelle Unterschiede können untersucht werden, der Zusammenhang der Veränderung mehrerer Variablen ist untersuchbar, es liegt eine höhere statistische Effizienz vor als bei Querschnittdesigns, da personenspezifische Messfehler der Versuchspersonen weitgehend gleichbleiben. Personenspezifische Messfehler haben damit keinen Effekt auf gemessene Veränderungen, da sie stabil sind, interindividuelle Unterschiede in intraindividuellen Veränderungen sind erfassbar.

Nachteile: Alter und Messzeitpunkt sind miteinander konfundiert, die Ausgangsstichprobe ist selektiv, da sich oft nur ein Teil der potenziellen Versuchspersonen bereit erklären, an mehreren Messzeitpunkten teilzunehmen, aus dem gleichen Grund kommt es zu einer selektiven Stichprobenveränderung, die Messwerte können durch die wiederholte Testung beeinflusst werden, eine Generalisierung auf andere Kohorten ist fraglich, die Methode ist zeit- und kostenaufwendig.

3. Übungs- und Lerneffekte der Studienteilnehmer durch Testerfahrung, Testleiterbedingungen, Sättigungseffekte aufgrund schwindender Motivation und Interesse.

4. Schwierigkeit die entsteht, wenn Differenzbeträge aus einer Messfolge in Beziehung gesetzt werden, etwa im Bereich der Intelligenzmessung.

5. Durch die Begleitung der 1037 Personen über einem Zeitraum von drei Generationen und Messzeitpunkten in 2- bis 4-jährigem Abstand können umfangreiche Daten über gesundheitliche Parameter und psychosoziale Faktoren gewonnen werden und daraus Aussagen über Entwicklungsverläufe, Risikofaktoren und Prädiktoren abgeleitet werden. Beispielsweise konnten durch die Daten zwei Typen aggressiv-dissozialen Verhaltens bestimmt werden, die mit spezifischen Risikofaktoren und unterschiedlichen Prognosen einhergehen.

6. Ein zu kurz gewähltes Erhebungsintervall kann dazu führen, dass sich in den Messungen ein noch nicht abgeschlossener Prozess (z.B. Wachstum, Genesung) niederschlägt und auf diese Weise keine Aussage über das erreichbare Entwicklungsniveau getroffen werden kann. Ein zu lang gewähltes Erhebungsintervall birgt das Risiko, dass das Messergebnis ebenfalls nicht zuverlässig den psychischen Prozess abbildet, da dieser von einem zwischenzeitlichen Ergebnis überlagert werden kann.



 

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