Forschungsmethoden der Psychologie

Glossar


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Abhängige Variable (AV)

Bezeichnet in einem experimentellen Versuchsplan die Variable, mit der der Effekt der → unabhängigen Variablen erfasst wird. Sie lässt sich der Dann-Komponente der Hypothese zuordnen.

Adoptionsstudie

Durch den Vergleich nicht genetisch verwandter Personen, die in derselben (Familien-)Umwelt aufwachsen, lässt sich die Bedeutung der geteilten Umwelt abschätzen.

Aequidistanz

Äquidistanz bedeutet, dass die Abstufung einer Antwortskala, die in einem Test verwendet wird, so gestaltet wird, dass die Distanz zwischen jeweils zwei Abstufungen (nahezu) gleich ist. Die verbalen Anker „nie, selten, gelegentlich, oft, immer“, für die numerischen Abstufungen von 1 bis 5, erfüllen z.B. diese Bedingung.

Aggregation

Bezeichnet die Durchschnittsbildung über mehrere Messungen, die zur Bildung einer Gesamtgröße führt. Die aus den Einzelmessungen abgeleitete Gesamtgröße wird auch als Aggregat bezeichnet. Dieses Verfahren dient zur Verringerung des Messfehlers. Aggregation kann über Personen, Beurteiler, Stimuli, Items, Situationen, Durchgänge oder Zeitpunkte erfolgen. Voraussetzung für den Erfolg der Aggregation ist das Vorhandensein einer gemeinsamen Varianz unter den Messungen, über die aggregiert wird.

Aggregierter Verhaltensindex

Bezeichnet einen Verhaltensindex, der durch → Aggregation über einzelne Verhaltensbeobachtungen entstanden ist. In Übereinstimmung mit dem Konzept der Kompatibilität der Messung von Einstellung und Verhalten ist es erforderlich, über unterschiedliche Verhaltensweisen zu aggregieren, um eine Verhaltensmessung zu erzielen, die mit einer generellen Einstellung übereinstimmt. Man spricht auch von „multiple act criterion“. Ein aggregierter Verhaltensindex des religiösen Verhaltens kann z.B. das Beten vor den Mahlzeiten, den sonntäglichen Kirchenbesuch und das Unterstützen religiöser Organisationen durch Spenden umfassen.

Alpha-Fehler

(Ausführlich: Alpha-Fehlerwahrscheinlichkeit, alternativ: „Fehler der 1. Art“) Bringt bei einem Hypothesentest die Wahrscheinlichkeit zum Ausdruck, mit der die Nullhypothese irrtümlich zurückgewiesen wird. Es wird z.B. erschlossen, dass ein nicht vorhandener Mittelwertunterschied zwischen zwei Populationen besteht. Wird nach konventionellen Vorgaben in der Regel auf 5 %, 1 % oder 0.1 % festgelegt. Wenn eine Teststatistik in einem vorher für die Zurückweisung der Nullhypothese festgelegten Extrembereich liegt, obwohl die Nullhypothese zutrifft, spricht man von Scheinbestätigung der Alternativhypothese oder „false positives“ bzw. falsch-positiver Entscheidung.

Anamnese

Dialogische Methode zur Sammlung von Informationen über die Biografie und die aktuelle Befindlichkeit einer Person.

Antworttendenz

(engl. response set) Bezeichnet eine Verfälschungstendenz, die bei Befragungen und Beobachtungen auftreten kann. Sie beruht auf kognitiven Schemata der Teilnehmer und beinhaltet häufig eine Beschönigungstendenz. Ein Beispiel ist die → soziale Erwünschtheit.

Assessment-Center (AC)

(engl. assessment – „Beurteilung“) Das AC ist ein Personalauswahlverfahren, das unter mehreren Bewerbern diejenigen ermittelt, die den Anforderungen eines Unternehmens und einer zu besetzenden Stelle (am besten) entsprechen. Hierzu werden die Bewerber vor verschiedene Probleme gestellt und im Umgang mit diesen bewertet.

Aufforderungscharakteristika

(engl. demand characteristics) Explizite oder implizite Hinweisreize des Versuchsablaufs, die dem Teilnehmer bestimmte Erwartungen nahelegen und das Versuchsergebnis verfälschen können. Als Gegenmaßnahme wird der → Doppelblind-Versuch empfohlen.

Ausfall

(engl. attrition, mortality) Faktor, der die → interne Validität einer Studie beeinträchtigen kann: durch einen unterschiedlichen Ausfall von Teilnehmern in Experimental- und Kontrollgruppe wird deren Vergleichbarkeit eingeschränkt.

Axiom

Aussagen innerhalb einer Theorie, die nicht weiter abgeleitet werden können.

Beobachterdrift

Ohne tatsächliche Verhaltensänderung werden zunehmend mehr oder immer weniger relevante Ereignisse registriert.

Beschreibende Studie

Studie, bei der die Erfassung der Merkmalsausprägung der Untersuchungseinheiten auf interessierenden Merkmalsdimensionen im Mittelpunkt steht. Beispiel: Meinungsforschung.

Beta-Fehler

(Ausführlich: Beta-Fehlerwahrscheinlichkeit, alternativ: „Fehler der 2. Art“) Bringt bei Hypothesentests die Wahrscheinlichkeit zum Ausdruck, dass die Alternativhypothese irrtümlich zurückgewiesen wird. Es wird z.B. erschlossen, dass ein tatsächlich vorhandener Mittelwertunterschied zwischen zwei Populationen nicht vorhanden ist. Da die Teststatistik im Geltungsbereich der Nullhypothese liegt und die Alternativhypothese tatsächlich zutrifft, spricht man von einer Scheinwiderlegung der Alternativhypothese oder von „false negatives“ bzw. falsch-negativer Entscheidung.

Bewertungsskala

Stellt eine →Einstellungsskala dar, bei der die Bewertung von Sachverhalten oder Ereignissen durchgeführt wird. Bei einer fünfstufigen Skala wird die Verwendung der verbalen Label „stimmt nicht, stimmt wenig, stimmt mittelmäßig, stimmt ziemlich, stimmt sehr“ für die numerischen Abstufungen empfohlen, um → Äquidistanz zu erreichen.

Biofeedback

Eine Methode, mithilfe derer der unmittelbaren Sinneswahrnehmung nicht zugängliche Veränderungen biologischer Parameter gemessen und somit zugänglich gemacht werden. Hierfür werden technische Hilfsmittel, wie die → Elektromyografie, verwendet. Die Methode wird z.B. im verhaltenstherapeutischen Kontext eingesetzt.

Biografisches Interview

Gesprächsform zur Erfassung von vergangenen für den Lebensverlauf besonders relevantem Verhalten.

Bionominal Effect Size-Display (BESD)

Stellt die Erfolgsrate einer Behandlung in der Versuchsgruppe im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe in einem 2 x 2-Schema dar und dient zur intuitiven Veranschaulichung von → Effektstärkemaßen.

Bipolare Ratingskala

Antwortskala, bei der die Endpunkte durch Gegensatzpaare verankert sind (z.B. gut vs. schlecht). Wird in → Semantischen Differenzialen verwendet.

 

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