Forschungsmethoden der Psychologie

Glossar


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Identitätsdiebstahl

(engl. identity theft) Ein Dieb benutzt ohne Erlaubnis die persönliche Identität einer anderen Person.

Impliziter Assoziationstest (IAT)

Ist ein indirektes computer- und reaktionszeitbasiertes Verfahren zur Einstellungsmessung im Internet, das von dem amerikanischen Sozialpsychologen Anthony Greenwald und seinen Mitarbeitern entwickelt wurde. Die Testperson führt am Computer per Tastendruck Kategorisierungsaufgaben durch. Dabei werden Reize (z.B. Karriere) vorgegebenen Zielkategorien (z.B. Männlich) zugeordnet. Die Aufgabe kann schneller gelöst werden, wenn für stark assoziierte Kategorien (z.B. Männlich-Karriere) dieselbe Taste gedrückt werden muss als wenn weniger stark assoziierte Kategorien auf einer Taste gemeinsam belegt sind (z.B. Weiblich-Karriere). Beispiel: Wenn die Reaktionszeit kürzer bei stark assoziierte Begriffspaarungen (wie Männlich-Karriere) auf einer Taste im Vergleich zur Tastenbelegung von weniger stark assoziierten Paarungen (wie Weiblich-Karriere) ausfällt, wird dieses Ergebnis als Indikator für das Vorliegen eines Geschlechterstereotyps interpretiert.

Inhaltsvalidität

Ist dann gegeben, wenn gezeigt werden kann, dass die Testitems den Inhalt des Konstrukts, das gemessen wird, nachvollziehbar repräsentieren.

Instrumentation

Faktor, der die → interne Validität einer Studie beeinträchtigt: Veränderung des Inhalts einer Messung über die Zeit oder über Bedingungen, sodass diese Veränderung mit einem Effekt der experimentellen Manipulation verwechselt wird. Diese Bedrohung ist bei wiederholten Messungen im Allgemeinen und bei → Vortest-Nachtest-Kontrollgruppen-Designs im Besonderen relevant.

Intensitätsskala

Stellt eine → Einstellungsskala dar, bei der die Intensität von Sachverhalten oder Ereignissen eingeschätzt wird. Bei einer fünfstufigen Skala wird die Verwendung der verbalen Label „nicht, wenig, mittelmäßig, ziemlich, sehr“ für die numerischen Abstufungen empfohlen.

Interaktionseffekt

Wirkung einer unabhängigen Variablen A auf die abhängige Variable variiert in Abhängigkeit von der Ausprägung einer zweiten unabhängigen Variablen B.

Interne Konsistenz

Dient zur Bestimmung der Reliabilität eines Tests oder einer Skala (z.B. → Einstellungsskala) und ist eine Weiterentwicklung der Split-Half Methode, bei der der Test in zwei Hälften geteilt wird, um die Split-Half Korrelation zu berechnen. Stellt den Durchschnitt aller Split-Half Korrelationen, die sich für alle möglichen Testhalbierungen berechnen lassen, dar. Zur Berechnung wird in der Regel Cronbachs Alpha verwendet, das auf den amerikanischen Psychologen Lee Cronbach zurückgeht.

Internet

(Abkürzung für interconnected network) Verbindet Rechner, die an das Netz angeschlossen sind, untereinander zum Zweck des Datenaustauschs. Der bekannteste Internetdienst ist das World Wide Web (WWW).

Interne Validität

Bezieht sich auf die Frage, ob eine verlässliche Beziehung zwischen unabhängiger und abhängiger Variable erschlossen werden kann. Betrifft das Ausmaß der Gewissheit, mit der erschlossen wird, dass die Beziehung zwischen zwei Variablen kausal ist oder dass das Fehlen einer Beziehung das Fehlen eines kausalen Zusammenhangs impliziert. Die interne Validität wird z.B. bedroht, wenn Ursache und Wirkung gleichzeitig auftreten.

Intersubjektive Überprüfbarkeit

Bezieht sich darauf, dass Versuchsablauf und Datenerhebung nicht von den Fähigkeiten einer speziellen Person abhängen darf. Vielmehr sollte jede wissenschaftlich arbeitende Person das Experiment bzw. das gefundene Resultat nachprüfen können. Dazu ist es erforderlich, dass der Versuchsablauf und die Datenerhebung genau und bis ins Detail festgelegt und dokumentiert werden. Unter diesen Umständen können Beobachtungen von unterschiedlichen Forschern unabhängig voneinander nach dem gleichen standardisierten Schema kodiert werden, so dass sie in unterschiedlichen Forschungseinrichtungen wiederholbar sind.

Intervallskala

Dieses Skalenniveau erlaubt lineare Transformationen nach der Gleichung s` = c • s + d. Das Verhältnis der Differenzen bleibt nach einer solchen linearen Transformation erhalten. Beispiel: Temperaturmessung.

Interview

Kommunikative Methode zur Datengewinnung über Einstellungen, Meinungen, Wissen oder Verhaltensweisen.

Interview, episodisches

Anhand eines Leitfadens werden zielgerichtet Fragen gestellt und der Befragte erzählt.

Interview, fokussiertes

Ziel des Interviews ist es, die subjektiven Erfahrungen der Befragten in der früher erlebten und vom Forscher aufgrund der Beobachtung analysierten Situation zu erfassen.

Interview, narratives

Interviewform, bei der der Verlauf völlig offen ist und der Interviewte ausführlich erzählen kann ohne Bewertung des Interviewers.

Interview, nicht standardisiertes

Enthält offene Fragen ohne vorgegebene Antwortkategorien.

Interview, problemzentriertes

Methodenkombination von qualitativem Interview, Fallanalyse, biografischen Methoden, Gruppendiskussion und Inhaltsanalyse. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen des Befragten zu einem ganz bestimmten Problem oder Thema.

Interview, rezeptives

Aufnahme einseitiger, alltäglicher Mitteilungen nach wissenschaftlichen Regeln zur Exploration von Sachverhalten.

Interview, standardisiertes

Enthält geschlossene Fragen mit mehreren Antwortkategorien, festgelegter Gesprächsablauf.

Interview, stark strukturiertes

Inhalt, Anzahl und Reihenfolge sowie sprachliche Formulierung und Verwendungsweise von Antwortkategorien sind vorgegeben.

 

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