Forschungsmethoden der Psychologie

Glossar


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Randbedingung

Teil des → Explanans im → HO-Schema. Gibt die Bedingungen an, unter denen das Explanandum auftritt. Beinhaltet singuläre Sätze, die sich auf raum-zeitlich eingegrenzte Sachverhalte beziehen. Stellt eine Teilklasse der Wenn-Komponente des → Gesetzes dar.

Randomisierung

→ Zufallsaufteilung

Rasch-Modell

Ist eine Messtheorie, die sich der probabilistischen Testtheorie zuordnen lässt. Geht auf den dänischen Statistiker Georg Rasch zurück. Wichtige Kennzeichen sind die spezifische Objektivität (Unabhängigkeit der Messung von der Auswahl der Items aus dem Itemuniversum), die latente Additivität, die beinhaltet, dass es für die Modellparameter eine mathematische Repräsentation gibt, in der sie additiv verknüpft sind, und die Abbildung von Itemparametern und Personparametern auf einer gemeinsamen, eindimensionalen Skala (→ Eindimensionalität). Die Wahrscheinlichkeit der Zustimmung zu einem Item ist eine Funktion beider Parameter. Je mehr der Personenparameter den Itemparameter übertrifft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Person dem Item zustimmt. Dieser Zusammenhang wird in der Item-Charakteritik-Kurve dargestellt. Die Berechnung der Zustimmungswahrscheinlichkeit erfolgt auf der Grundlage der logistischen Funktion.

Ratingsystem

Der Ausprägungsgrad, mit dem bestimmte zu beobachtende Verhaltensweisen auftreten, wird durch den Beobachter anhand vorgegebener Ratingskalen (numerisch, verbal, grafisch) eingeschätzt.

Ratioskala

Es ist erlaubt, die Skala durch Multiplikation mit einer Konstante zu transformieren. Eine alternative Bezeichnung ist „Verhältnisskala“. Verfügt über einen natürlichen Nullpunkt. Beispiel: Gewicht.

Reaktivität

Reaktion des Beobachteten auf die Beobachtungssituation. Die Beobachtung beeinflusst, was beobachtet wird.

Reaktivität auf die experimentelle Situation

Faktor, der die → Konstruktvalidität einer Studie beeinträchtigt: Beeinflussung des Verhaltens von Personen durch die Wahrnehmung der experimentellen Situation im Sinne der → Reaktivität.

Recency-Effekt

Zuletzt dargebotene Informationen werden bei der Urteilsbildung übergewichtet.

Regressions-Diskontinuitäts-Analyse

Statistisches Auswertungsverfahren auf der Basis der Regressionsanalyse für → einfache unterbrochene Zeitreihen, die zwei typische Folgen einer Intervention berücksichtigt: Verschiebung des Niveaus der Regressionslinie nach oben oder nach unten sowie die Veränderung der Steigung der Regressionslinie verdeutlichen das Vorliegen eines Effektes.

Regression zur Mitte

Statistischer Effekt, der bewirkt, dass bei Personen mit einem extrem hohen Wert in der Vortestmessung in der nachfolgenden Messung niedrigere Werte erzielt werden. Wenn die Teilnehmer einer Experimentalgruppe aufgrund extremer Werte (z.B hohe Lese-Rechtschreibschwäche) ausgesucht wurden und dann eine besondere Förderung erhielten, kann ein Erfolg der Förderung im Vergleich zur Kontrollgruppe vorgetäuscht werden (→ Alpha-Fehler). Stellt eine Bedrohung der → internen Validität dar.

Reifung

(engl. maturation) Natürliche Veränderungen über die Zeit können bei wiederholten Messungen zu Veränderungen der Ergebnisse führen. Diese Bedrohung der → internen Validität betrifft sowohl die Kontrollgruppe als auch die Experimentalgruppe in einem → Vortest-Nachtest-Kontrollgruppen Design.

Relevanz

Produkt aus → Reliabilität und → Validität einer Einstellungsskala. Hohe Reliabilität und hohe Validität sind notwendige Voraussetzungen, um die Relevanz einer Einstellungsskala zu gewährleisten.

Reliabilität

Ausmaß, in dem ein Messverfahren das, was es misst, genau misst. Genauigkeit der Messung eines Tests, die durch seine Konsistenz bestimmt wird. Neben der internen Konsistenz werden auch die Paralleltest-Reliabilität und die Retest-Reliabilität verwendet.

Reliable Change Index

Maß zur Bestimmung von intraindividueller Veränderung (im Sinne von Verbesserung), bei dem die Differenz aus Prä- und Posttestwert in Bezug zum Standardfehler der Differenzen gesetzt wird.

Replikation

Bezieht sich auf die Frage, ob die Ergebnisse in einer empirischen Untersuchung auf eine Vielzahl von Settings, Verhaltensweisen, Messverfahren, Versuchsleiter und Stichproben generalisiert werden kann.

Retest-Reliabilität

Ist eine Variante der Bestimmung der → Reliabilität und wird mittels der Testwiederholungsmethode durchgeführt. Dabei gibt man ein und denselben Test einer Stichprobe zweimal nacheinander vor und ermittelt die Korrelation zwischen den beiden Ergebnisreihen. Man spricht auch von Stabilitäts-Koeffizienten, die das Ausmaß der Invarianz der Ergebnisse bei Testwiederholung angeben. Voraussetzung für hohe Retest-Reliabilität ist die Konstanz der zugrundeliegenden Merkmalsausprägung über die Zeit (geringe Merkmalsfluktuation).

Rückschaufehler

→ Hindsight-Bias

 

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