Forschungsmethoden der Psychologie

Glossar


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Schwellenkonzept

Bezieht sich auf die Beurteilung der Konsistenz bzw. Inkonsistenz zwischen Einstellung und Verhalten. Wenn die Schwelle höher ist (weil die Aufgabe schwieriger ist), erreichen nur Personen mit einer stark ausgeprägten Einstellung (z.B. Vorurteilsfreiheit) das Kriterium (z.B. vorurteilsfreies Verhalten). Hingegen wird das Kriterium bei einer niedrigen Schwelle sowohl von den Personen erreicht, die die hohe Schwierigkeit meistern als auch von denen, deren Einstellung ausreicht, die niedrige Schwierigkeit zu bewältigen, ohne dass sie die hohe Schwierigkeit erfolgreich überwinden können. Bezogen auf Leistungen lässt sich das Schwellenkonzept durch ein Beispiel aus dem Skiort veranschaulichen: Wenn eine Skifahrerin einen steilen, schwierigen Hang herunterfährt, dann wird sie auch einen Anfängerhang bewältigen. Hingegen wird jemand, der über niedrige Fähigkeit verfügt, an dem steilen Hang stürzen, während die Anfängerabfahrt einfach genug ist, um sie mit der vorhandenen Fähigkeit zu bewältigen.

Sekundäranalyse

Erneute Auswertung von Daten, die bereits in früheren Untersuchungen gewonnen und ausgewertet worden sind.

Selbstbeobachtung

Eine auf sich selbst gerichtete Beobachtung, bei der die beobachtende Person selbst ihr Verhalten, ihre Gefühle, Gedanken oder Befindlichkeit beobachtet.

Selektion

Zwischen Experimental- und Kontrollgruppe finden sich systematische Unterschiede der Teilnehmer, die den beobachteten Effekt verfälschen können. Es kommt zu einer → selektiven Stichprobenveränderung. Stellt eine Bedrohung der → internen Validität dar.

Selektive Ausgangsstichprobe

Auswahl der Stichprobe anhand definierter Kriterien (z.→B. Alter, Region, Risikogruppe), die schon zu Beginn einer Längsschnittstudie zu Verzerrungen führen.

Selektive Stichprobenveränderung

Systematischer Ausfall von Studienteilnehmern im Rahmen einer Längsschnittstudie.

Semantisches Differenzial

Stellt eine Methode der Einstellungsmessung dar, bei der die Endpunkte der Antwortskala mit Gegensatzpaaren benannt werden (z.B. gut – schlecht; → bipolare Ratingskala).

Sensitivität

Bezieht sich auf die Frage, ob die Einstellungsskala bedeutungsvolle Differenzen bezogen auf das zugrunde liegende Einstellungsobjekt erfasst.

Serendipität

(engl. serendipity) Eine Entdeckung, die unerwartet auftritt, inspiriert eine Hypothese oder Theorie.

Single-subject-Design

Untersuchungsdesign, in dem der Teilnehmer die eigene Kontrolle darstellt. Nachdem eine Baseline durch wiederholte Messung erfasst worden ist, folgt eine Intervention. Nach der Interventionsphase wird die Manipulation wieder rückgängig gemacht, um zu prüfen, ob die Intervention sich nach ihrer Beendigung noch günstig auswirkt. Besonders bedeutsam in der angewandten und klinischen Forschung.

Situatives Interview

Es werden realitätsnahe Arbeitssituationen geschildert und der Bewerber wird aufgefordert anzugeben, wie er in dieser Situation handeln würde.

Skalogrammanalyse

(alternativ „Guttman-Skalierung“): Es geht um die Frage, ob man n Personen und m Items auf einer Skala so platzieren kann, dass jede Person alle für sie leichten Items richtig beantwortet hat (bzw. ihnen zugestimmt hat), die kleinere Skalenwerte haben als die Person selbst, und kein Item richtig beantwortet hat (bzw. keinem Item zugestimmt hat), das einen größeren Skalenwert hat als sie selbst. Der Skalenwert der Person ist die Summe der gelösten Items. Er erfasst eine bestimmte latente Eigenschaft und die Skalenwerte der Items ihre Schwierigkeit. Dem liegt ein gemeinsames Kontinuum der Items und der Personen zugrunde. Die Passung des Skalierungsmodells wird durch den Replizierbarkeitskoeffizienten bestimmt.

Solomon-4-Gruppen Design

Kombiniert das Nur-Nachtest-Design zum Vergleich von Experimental-und Kontrollgruppe mit dem → Vortest-Nachtest-Kontrollgruppen-Design. Es kontrolliert Testeffekte und deren Interaktion mit der experimentellen Manipulation. Als reduzierte Version steht das Solomon-3-Gruppen Design zur Verfügung.

Soziale Erwünschtheit

Stellt eine Antworttendenz dar. Fragebogenitems werden so beantwortet, dass durch die Antworten ein möglichst günstiger Eindruck hervorgerufen wird.

Spearman-Brown-Formel

Wird verwendet, um die Reliabilität eines Tests zu schätzen, wenn er um einen bestimmten Betrag verlängert oder verkürzt wird. Geht auf die englischen Psychologen Charles Spearman und William Brown zurück.

Standardfehler

Standardabweichungen der Verteilung eines geschätzten Parameters (z.B. des Populationsmittelwerts).

Stapelskala

Vergleichbar mit → Semantischen Differenzialen, wobei anstelle von → bipolaren Ratingskalen unipolare Ratingskalen mit einseitiger Verankerung verwendet werden.

Statistische Schlussfolgerungsvalidität

Beinhaltet die Frage, ob die statistische Auswertung Gültigkeit aufweist. Dazu sind Fragen wie die Folgenden zu beantworten: Wurden reliable Messungen verwendet (→ Reliabilität)→ Wurde eine hohe Teststärke (→ Power) erreicht→ Wurden die Voraussetzungen des statistischen Tests verletzt→ Wurde durch zahlreiche Tests eine Inflation statistisch signifikanter Ergebnisse herbeigeführt→

Szenario-Studie

Untersuchung, bei der die Teilnehmer gebeten werden, sich in die Hauptfigur eines Szenarios hineinzuversetzen. Das Szenario beinhaltet eine Geschichte, in der ein Handlungsablauf dargestellt wird.

 

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