Klinische Psychologie – Grundlagen

Fragen und Antworten zum 2. Kapitel


Frage 1

Beschreiben Sie den Erwerb von Verhalten durch klassische Konditionierung am Beispiel des Klingelapparats. Explizieren Sie UCS, UCR, CR und CS an diesem Beispiel.


Antwort zu Frage 1

A.          UCS              -------------------------------->        UCR
             Klingelton                                                         Aufwachen


B.          Wird verknüpft mit neutralem Reiz
              Einnässen (---> Blasendruck)


C.          CS               -------------------------------->          CR
              Blasendruck                                                     Aufwachen



Frage 2

Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede lassen sich bei klassischer und operanter Konditionierung benennen?


Antwort zu Frage 2

Beide Lernformen beschreiben assoziative Lernvorgänge, bei denen bestimmte Reizkonstellationen mit einer bestimmten Reaktion verknüpft werden. Bei der klassischen Konditionierung werden jedoch nur biologisch gebahnte Reaktionen erlernt, die mit neuen Auslösereizen verknüpft werden (ein vormals neutraler Reiz löst jetzt eine Reaktion aus); bei operanter Konditionierung kann durch Verstärkerprozesse auch neues Verhalten erworben werden, das vorher nicht im Verhaltensrepertoire enthalten war. Dabei spielen die Verhaltenskonsequenzen (Verstärkung) die entscheidende Rolle dafür, ob ein Verhalten häufiger oder seltener gezeigt wird.



Frage 3

Nennen Sie die vier Arten von Verhaltenskonsequenzen im Modell der operanten Konditionierung und illustrieren Sie diese anhand von Beispielen.


Antwort zu Frage 3

Positive Verstärkung: z.B. Lob, Erhalt materieller Verstärker (z.B. Geld).

Negative Verstärkung: z.B. Reduktion von Angst bei Flucht aus einer angstbesetzten Situation.

Direkte Bestrafung: Fernsehverbot, Haft, Geldstrafen.

Indirekte Bestrafung: Aussetzen einer Prämie.



Frage 4

Was beschreibt der Begriff „Preparedness“?


Antwort zu Frage 4

Preparedness bezeichnet eine biologisch determinierte Prädisposition, auf bestimmte Reize hin leichter konditionierte Reaktionen auszubilden. Das Konzept wurde von Martin Seligman entwickelt, um zu erklären, warum manche Spezifische Ängste häufiger auftreten als andere.



Frage 5

Welche operanten Methoden des Verhaltensaufbaus bzw. des Verhaltensabbaus gibt es?


Antwort zu Frage 5

Verhaltensaufbau: Shaping, Chaining, Fading.

Verhaltensabbau: Time-out, Response-Cost, (auch: Löschung, direkte Bestrafung).

Verhaltensabbau und Verhaltensaufbau: Token economy.



Frage 6

Welche Effekte kann Beobachtungslernen haben?


Antwort zu Frage 6

Modellierender Effekt (Modelllernen): Erwerb neuer Verhaltensweisen.

Hemmender Effekt: Unterdrückung eines bereits gelernten Verhaltens.

Enthemmender Effekt: Verstärkung eines bereits gelernten Verhaltens.

Auslösender Effekt: Auslösung eines bereits verfügbaren Verhaltens in neuen Kontexten oder veränderter Ausprägung.



Frage 7

In welchen Bereichen werden Prozesse des Beobachtungslernens klinisch angewendet? Was ist dabei zu beachten?


Antwort zu Frage 7

Beobachtungslernen spielt insbesondere bei Verhaltenstrainings (Training sozialer Kompetenzen, Kommunikationstrainings, Training mit Jugendlichen), aber auch in der Therapie von Ängsten (z.B. Spinnenphobie) eine Rolle. Dabei sind Bewältigungsmodelle besser als Kompetenzmodelle.



 

Ihr Suchergebnis leitet Sie auf die Website www.testzentrale.de.