Klinische Psychologie – Grundlagen

Fragen und Antworten zum 3. Kapitel


Frage 1

Welche drei wesentlichen Elemente enthält die kognitive Theorie der Depression von Beck?


Antwort zu Frage 1

Verzerrte Informationsverarbeitungsprozesse (sog. „Denkfehler“), negative Inhalte der Gedanken („negative kognitive Triade“) und kognitive Schemata.



Frage 2

Erklären Sie die Stimmungskongruenz-Theorie der Depression von Bower.


Antwort zu Frage 2

Die Netzwerktheorie emotionaler Störungen besagt, dass Informationen über Ereignisse in assoziativen Netzwerken gespeichert werden, die durch Hinweisreize abgerufen werden. In den Netzwerken bilden Emotionen Knotenpunkte mit Verbindungen zu anderen Ereignissen, die ebenfalls mit diesen Emotionen assoziiert sind. Ein Erlebnis mit einer negativen Stimmung aktiviert hierdurch auch Erinnerungen, die ebenfalls mit dieser Stimmung assoziiert werden, sowie die hiermit ebenfalls verbunden, stimmungskongruenten verzerrten Kognitionen. Dies erklärt, wie in depressionsfreien Phasen latent gespeicherte kognitive Schemata auch durch alltägliche Anlässe aktiviert und zur Auslösung von depressiver Stimmung werden können.



Frage 3

Durch welche Informationsverarbeitungsprozesse erklärt Teasdale die starke Rückfalltendenz bei Depressiven?


Antwort zu Frage 3

Die Differential Activation-Theorie von Teasdale geht von einer kognitiven Vulnerabilität aus, die in Assoziationen zwischen niedergeschlagener Stimmung, negativer Selbstbewertung und Gedächtnis- und Wahrnehmungsprozessen besteht. Durch wiederholte Phasen der Depression wird dieses Muster leichter aktiviert, und die depressiven Erlebnismuster erscheinen „automatisiert“: Alltägliche Beeinträchtigungen der Stimmung können auch ohne einen gravierenden äußeren Anlass depressive Symptome hervorrufen.



Frage 4

Welches sind die zentralen Elemente des kognitiven Erklärungsmodells der Panikstörung?


Antwort zu Frage 4

Durch positive Rückkopplung schaukeln sich Körperempfindungen, hierauf bezogene selektive Aufmerksamkeit, katastrophisierende Fehlinterpretationen als gefährlich und hieraus resultierende Angst gegenseitig zu einem Teufelskreislauf auf, der in einer intensiven Angstattacke mit starken körperlichen Reaktionen mündet.



Frage 5

Welche Prozesse sind nach dem kognitiven Modell der Sozialen Phobien wesentlich an der Aufrechterhaltung der Störung beteiligt?


Antwort zu Frage 5

Exzessive Selbstaufmerksamkeit verhindert, dass Informationen über die tatsächlichen Reaktionen anderer Personen aufgenommen werden. Eine aufgrund von Erinnerungen an vergangene Blamagen verzerrte Vorstellung des eigenen Erscheinungsbildes stabilisiert die Überzeugung, sich zu blamieren. Durch Sicherheitsverhalten, mit dem eine Blamage verhindert werden soll, wird von Betroffenen nachträglich als Erklärung für das Nichteintreten der Blamage herangezogen.



Frage 6

Was versteht man unter dem „Traumagedächtnis“?


Antwort zu Frage 6

Nach traumatischen Erlebnissen zeigen Personen mit PTB Gedächtnisstörungen, die durch sich aufdrängendes Wiedererleben des Erlebnisses gekennzeichnet sind. Durch die Interpretation des traumatischen Ereignisses und seiner Konsequenzen als nicht zeitbegrenzt geht dieses Wiedererleben mit der Wahrnehmung einer aktuellen Bedrohung und intensiven Emotionen (Angst, Ärger, Trauer, Scham) einher. Durch Vermeidung und Sicherheitsverhaltensweisen werden das Traumagedächtnis, die verzerrten Interpretationen des Traumas und der Folgen aufrechterhalten. 



Frage 7

Welche Befunde zu Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozessen differenzieren Angststörungen von Depression?


Antwort zu Frage 7

Bei Angststörungen zeigte sich vor allem eine selektive Aufmerksamkeit für Gefahrenreize. Bei Depression sind vor allem Fehler in Gedächtnisprozessen festgestellt worden: Erinnerungen sind selektiv negativ, und in Bezug auf autobiografische Informationen stark generalisiert. Sowohl bei Angststörungen als auch bei Depression werden zweideutige Informationen durchgängig in störungsspezifischer Weise verzerrt interpretiert.



 

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