Klinische Psychologie – Grundlagen

Glossar


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Epidemiologische Triade

Denkmodell in der Epidemiologie, das die multiple Bedingtheit von Störungen/Erkrankungen in den Vordergund stellt. Eine Erkrankung ist dabei das Resultat des Zusammenwirkens von einem schädlichen Agens, Merkmalen der/des Betroffenen und der Umgebung.

Extinktion

Löschung eines Verhaltens durch systematischen Entzug aller Verstärkerbedingungen.

Fading

Prinzip beim Verhaltensaufbau durch operante Verfahren. Beim Fading werden schrittweise Verstärker ausgeblendet, um eine höhere Stabilität des neu erworbenen Verhaltens zu erreichen.

Fallkontrollstudie

Bei einer Fallkontrollstudie werden sowohl solche Fälle gezielt ausgewählt, die das in der Studie interessierende Merkmal (z.B. Major Depression) haben als auch solche, die es nicht haben. Diese beiden Gruppen werden außerdem in bezug auf andere Merkmale hin parallelisert und je ähnlicher die Gruppen sind, desto eher kann diese Gruppe von Merkmalen dann als Erklärung für die Erkrankung ausgeschlossen werden.

Floride Phase

Zur Kennzeichnung eines Störungszustands, der sich im Stadium der vollständigen Symptomausprägung befindet. Meist gebraucht für floride Phase der schizophrenen Psychose (lat.: florere = blühen).

Funktionsniveau/Globale Erfassung des Funktionsniveaus

Nach Achse V des DSM-IV werden psychische, soziale und beruf liche Funktionen auf einem hypothetischen Kontinuum von psychi scher Krankheit (Extremwert 1) bis Gesundheit (Extremwert 100) beurteilt. Diese Information kann zur Therapieplanung, Prognosestellung oder Beurteilung des Therapieerfolgs genutzt werden.

HHNA

Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA) bezeichnet die Stressachse des endokrinen Systems (Hormonsystem) und wird bei physiologischen oder psychologischen Stressoren aktiviert und soll prinzipiell die Anpassung des Organismus an die Anforderung leisten, indem behaviorale, neuroendokrine, autonome und immunologische Reaktionen initiiert werden.

Hyperkinetische Störungen

Diese Störungsgruppe zeichnet sich durch die drei Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität (= ADHS) aus. Sie ist häufig schon in den ersten fünf Lebensjahren beobachtbar, wobei sie zumeist in verschiedenen Lebensbereichen auftritt z.B. in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule.

ICD-Klassifikation

Das nach Störungs- und Krankheitsklassen gegliederte System der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Kapitel V (F) beschäftigt sich mit psychischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten. Die ICD hat in den letzten Jahrzehnten mehrere Änderungen erfahren. Die bisher letzte (10.) Revision wird als ICD-10 bezeichnet.

Indikation

Heilanzeige. Steht für die Angemessenheit der Anwendung eines bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens bei gegebener somatischer oder psychischer Problematik.

Inzidenz

Häufigkeit/Anteil der neu von einer Erkrankungen/Störung Betroffenen (also vorher nicht an dieser Erkrankung oder Störung leidenden Personen) in einer definierten Population in einer bestimmten Zeitperiode; z.B. neu von einer Sozialen Phobie Betroffene in der deutschen Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren in einem Zwölf-Monatszeitraum.

Katamnese

Nachkontrolle, d.?h. Erhebung in zeitlichem Abstand nach Beendigung einer Behandlung. Sie dient der Dokumentation und Überprüfung des (nachhaltigen) Behandlungserfolgs.

Klassifikatorische Diagnostik

Diagnosestellung durch Einordnung in ein Klassifikationssystem (s. DSM- bzw. ICD-Klassifikation). Die Symptome oder andere diagnostische Merkmale werden als Ausdruck einer zugrunde liegenden diagnostischen Klasse bzw. Kategorie aufgefasst (z.B. Diagnose einer depressiven Störung aufgrund des Auftretens von Depressionssymptomen in einer definierten Zeit mit einem bestimmten Schweregrad). Wird oft als Gegensatz zur dimensionalen Diagnostik gesehen, bei der die Symptome als Ausprägung zugrunde liegender Dimensionen aufgefasst werden (z.B. ein bestimmtes Ausmaß an Depressivität).

Klassische Konditionierung

Assoziativer Lernvorgang, bei dem eine angeborene Reiz-Reaktionsverbindung mit neuen Auslösebedingungen verknüpft wird.

Klinisch signifikante Veränderung

Konzept zur Beurteilung des Therapieerfolgs. Danach sollte eine Veränderung neben der statistischen Bedeutsamkeit auch klinische Relevanz besitzen. Eine Person sollte insoweit Besserung erfahren haben, dass sie aufgrund ihrer Symptomatik eher einer funktionalen als einer dysfunktionalen Stichprobe zuzuordnen ist.

Kohortenstudie

Eine Studie, in der eine Gruppe von Fällen untersucht wird, die aufgrund von Merkmalen, die vor der Untersuchung bekannt waren, ausgewählt wurde. Dies kann sowohl längs- als auch querschnittlich geschehen.

Kommunikationsstörungen

Diese Kategorie umfasst phonologische Störungen, expressive und kombinierte rezeptiv-expressive Sprachstörungen sowie das Stottern. Die schulische Leistung und die soziale Kommunikation sind unter Umständen eingeschränkt.

Kompensationsfaktor

Ein Begriff aus der Entwicklungspsychopathologie. Kompensationsfaktoren stellen die aktuell verfügbaren Fertigkeiten dar, die entweder angeboren sind oder im Rahmen psychosozialer Prozesse erworben wurden und erst nach einem Störungsbeginn wirksam werden.

Konditionierte Reaktion

Ein Begriff im Kontext der klassischen Konditionierung. Die konditionierte Reaktion entspricht der unkonditionierten Reaktion; erfolgt jedoch auf einen neu erworbenen Auslösereiz (den konditionierten Stimulus) hin.

Konditionierter Stimulus

Ein Konzept aus der klassischen Konditionierung. Der konditionierte Stimulus erwirbt nach mehrfacher gemeinsamer Darbietung mit dem unkonditionierten Stimulus die Fähigkeit, die konditionierte Reaktion auszulösen.

 

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