Klinische Psychologie – Grundlagen

Glossar


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Konfundierung

Zwei unabhängige Variablen sind in einer Untersuchung dann konfundiert, wenn nicht eindeutig festgestellt werden kann, welche der beiden einen Effekt auf die abhängige Variable hat.

Kontiguität

Zeitliche Nähe zwischen Reaktion und Konsequenz.

Kontingenz

Wahrscheinlichkeit, mit der eine Konsequenz auf eine Reaktion hin erfolgt.

Kontingenzmanagement

Systematische Intervention, die auf operanten Methoden beruht. Ziel eines Kontingenzmanagements ist der Abbau unerwünschten Verhaltens und/oder der Aufbau erwünschten Verhaltens.

Kontrollierte Praxis

Konzept, nach dem therapeutische Interventionen im Sinne eines kontrollierten Einzelfallexperiments verstanden werden, indem Hypothesen (über Störungsgenese, die Aufrechterhaltung und Behandlung der Störung) generiert, laufend geprüft und revidiert werden.

Koordinationsstörungen

Die Kernsymptome bestehen in einer defizitären Grob-, Fein- und Graphomotorik, erschweren das Ausführen alltäglicher Handlungen und wirken sich negativ auf schulische Leistungen aus.

Korsakoff-Syndrom

Das Korsakoff-Syndrom wird durch einen Thiamin-(Vitamin B1) Mangel verursacht und tritt besonders nach langfristigem Alkoholkonsum auf. Es beinhaltet Störungen des Gedächtnisses (Amnesien), wobei insbesondere die Unfähigkeit, sich neue Informationen zu merken (anterograde Amnesie) stark ausgeprägt ist.

Latentes Lernen

Begriff aus dem Bereich der kognitiven Lerntheorie. Nicht assoziative Lernprozesse, die ohne den Einsatz von Verstärkung ablaufen.

Law of effect

Edward Lee Thorndike bezeichnete mit diesem Begriff die Beobachtung, dass Verhaltensweisen dann verstärkt gezeigt werden, wenn sie kurz vor dem Einsetzen eines befriedigenden Zustands durchgeführt wurden.

Lernstörungen

Lernstörungen können grob in die Kategorien Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen eingeteilt werden, wobei der Erwerb dieser Fertigkeiten von Beginn an beeinträchtigt ist, ohne dass Phasen einer normativen Entwicklung zu verzeichnen sind.

Lerntheorien

Bedeutende Gruppe theoretischer Modellvorstellungen zur Erklärung psychischer Störungen und zugleich Grundlage der Verhaltenstherapie. Lerntheorien erklären sowohl Lernprozesse als auch Anpassungsprozesse des Menschen an seine soziale und ökologische Umwelt. Sie entstanden überwiegend aus der Experimentalpsychologie.

Mediotemporale Lobektomie

Bei der mediotemporalen Lobektomie werden Teile des zur Mitte gelegenen Temporallappens (Schläfenlappen) chirurgisch entfernt. Die Strukturen des Mediotemporallappens (u.a. Hippocampus) sind u.a. wesentlich für die Gedächtniskonsolidierung.

Modelllernen

Ein Begriff aus der sozial-kognitiven Lerntheorie nach Bandura. Sonderform des Beobachtungslernens, bei der ein neues Verhalten nach Beobachtung eines Verhaltensmodells erworben wird.

Multifinalität

Ein Prinzip, das besagt, dass die Entwicklung verschiedener Organismen trotz derselben Ausgangsbedingungen zu unterschiedlichen Entwicklungsergebnissen führen kann.

Neurogenese

Die Neurogenese bezeichnet die Neubildung von Nervenzellen. Früher ging man davon aus, dass das erwachsene Gehirn nicht mehr zur Neurogenese fähig wäre. Heute ist bekannt, dass es eine adulte Neurogenese gibt. Diese kann speziell im Hippocampus nachgewiesen werden und wird im Hinblick auf Gedächtnisleistungen als relevant betrachtet.

Neurotransmitter

Neurotransmitter sind biochemische Botenstoffe, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen übertragen. Elektrische Signale (Aktionspotenzial) lösen eine Kette von chemischen Prozessen aus, die zur Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt führen. Diese bewirken dann an spezifischen postsynaptischen Rezeptoren (Schlüssel-Schloss-Prinzip) Veränderungen im Neurotransmitterstoffwechsel, die im Zusammenhang mit psychischen Störungsbildern (z.B. Depression) stehen.

Normalitätsannahme

Neben der Diskrepanzannahme stellte die Normalitätsannahme die zweite Voraussetzung zur Vergabe der Diagnose einer umschriebenen Entwicklungsstörung dar. Diese fordert den klaren Ausschluss neurologischer, sensorischer und kognitiver Defizite.

Nucleus accumbens

Der Nucleus accumbens ist ein Kern im mesotelencephalen dopaminergen Belohnungssystems. Dieses Belohnungssystem spricht auf diverse psychotrope Substanzen und elektrische Stimulationen an und spielt u.a. eine Rolle bei Sucht-, Sexual- und Ernährungsverhalten.

Operante Konditionierung

Assoziativer Lernvorgang, bei dem ein Verhalten in Abhängigkeit von den darauf folgenden Verhaltenskonsequenzen häufiger oder seltener gezeigt wird. Positive Verhaltenskonsequenzen (Verstärkung) führen zu einem Anstieg der Verhaltensrate, negative Konsequenzen (Bestrafung) führen zu einer Abnahme der Verhaltensrate.

Pathogenese

Die Gesamtheit der an Entstehung und Entwicklung einer Störung bzw. Krankheit beteiligten Faktoren.

 

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