Lehrbuch der Persönlichkeitspsychologie

Glossar


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Modulation

Unter Modulation versteht man die Beeinflussung der Aktivierung eines oder mehrerer Systeme (neurobiologisch z. B. durch eine neurochemische Überträgersubstanz wie Dopamin, Noradrenalin oder Serotonin). Die Modulation selbst ist kein Informationsaustausch, aber sie beeinflusst das Ausmaß, in dem ein Austausch von Informationen zwischen den beteiligten Systemen gebahnt oder gehemmt wird.

Motivation

Der Begriff der Motivation fasst Prozesse zusammen, welche an der Vorbereitung und Durchführung von Handlungen beteiligt sind, die Bedürfnisse befriedigen oder ihre Frustration vermeiden sollen. Motivation wird als Ergebnis der Interaktion von Bedürfnissen bzw. Motiven und situativen Anreizen betrachtet.

Motive

Motive sind überdauernde Persönlichkeitsmerkmale, die die Motivation beeinflussen, bestimmte Anreizbereiche wie Leistung, Anschluss (Beziehungen) oder Macht (Einfluss nehmen) aufzusuchen. Jedes Motiv enthält einen Bedürfniskern, der meldet, wie sehr der aktuelle Istwert vom Sollwert abweicht (z. B. wie viel sozialen Kontakt man braucht). Im Unterschied zu „reinen“ Bedürfnissen sind Motive mit Erfahrungswissen verknüpft, das für eine Vielzahl von Situationen kontextangemessene Handlungsmöglichkeiten anbietet.

Objekt

Ein Objekt ist ein Wahrnehmungsinhalt (z. B. ein Gegenstand oder sonst eine Einzelheit), der von dem jeweiligen Kontext abstrahiert wurde, um das Wiedererkennen über verschiedene Kontexte hinweg zu ermöglichen.

Objekten

Ein Objekt ist ein Wahrnehmungsinhalt (z. B. ein Gegenstand oder sonst eine Einzelheit), der von dem jeweiligen Kontext abstrahiert wurde, um das Wiedererkennen über verschiedene Kontexte hinweg zu ermöglichen.

parallele Verarbeitung

Persönlichkeitspsychologisch kann die Parallelverarbeitung als funktionale Grundlage der Intuition angesehen werden. Sie wird in der Kognitionspsychologie durch „konnektionistische Netzwerke“ realisiert, die viele Informationen gleichzeitig aufnehmen können und aufgrund der simultanen Verteilung aller Informationen über ein mehr oder weniger ausgedehntes Netzwerk zu Reaktionen kommt, das sehr vielen Randbedingungen gerecht wird (multiple constraint satisfaction) und auch bei lückenhafter Information („impressionistische“) Annäherungslösungen liefert.

Parallelverarbeitung

Persönlichkeitspsychologisch kann die Parallelverarbeitung als funktionale Grundlage der Intuition angesehen werden. Sie wird in der Kognitionspsychologie durch „konnektionistische Netzwerke“ realisiert, die viele Informationen gleichzeitig aufnehmen können und aufgrund der simultanen Verteilung aller Informationen über ein mehr oder weniger ausgedehntes Netzwerk zu Reaktionen kommt, das sehr vielen Randbedingungen gerecht wird (multiple constraint satisfaction) und auch bei lückenhafter Information („impressionistische“) Annäherungslösungen liefert.

Persona

Mit dem Begriff Persona ist bei Jung die soziale Rolle gemeint und überhaupt alles, was die „Person“ nach außen hin darstellt (und von ihrem eigentlichen Sein entfremden kann).

Persönlichkeit

Der Begriff Persönlichkeit beschreibt charakteristische Formen des Zusammenspiels von kognitiven, emotionalen und motivationalen Prozessen.

Priming

Unter Priming versteht man die Voraktivierung einer mentalen Repräsentation durch einen Vorreiz (prime), der dem eigentlichen Aufgabenreiz (target) um ein bestimmtes Zeitintervall vorausgeht (stimulus onset asynchrony: SOA), das meist in der Größenordnung einiger hundert Millisekunden liegt. Erkennbar ist das Priming an der Reaktionszeitersparnis, die z. B. auftritt, wenn der prime (z. B. grün) in einer semantischen Beziehung zum target (z. B. Gras) steht (im Vergleich zur Reaktionszeit ohne semantischen Bezug zwischen prime und target).

Pseudobegriffe

Pseudobegriffe sind nach Vygotski durch die unauflösbare, diffuse und mehrdeutige Gesamtheit eines ganzen Komplexes von Bildern, Dingen und Merkmalen gekennzeichnet (vgl. das erwähnte Beispiel einer Metanomie wie das Wort „Mütze“, das von einem Kind nicht als Begriff verwendet wurde, sondern als Hinweis auf alles, was zu einem Ausflug zum Spielplatz gehört).

Psychologie

Psychologie versteht sich heute als eine naturwissenschaftliche Disziplin, d. h. sie sucht nach funktionalen Erklärungen für psychische Phänomene wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Lernen, Motivation und Emotion.

Regression

Regression ist der stressbedingte Verlust der Beeinflussbarkeit elementarer Prozesse wie affektive Impulse oder Gewohnheiten durch Ziele, Absichten oder komplexes Erfahrungswissen. Regression lässt sich neurobiologisch auf die stressabhängige Hemmung des Hippocampus zurückführen. Dabei werden die integrativen und stressreduzierenden Leistungen des intakten Hippocampus, aber auch die durch den Hippocampus vermittelten Bewältigungsmaßnahmen höherer kognitiver und selbstregulatorischer Systeme des Neocortex abgeschwächt.

Regressionskoeffizient

Ein Regressionskoeffizient drückt analog zum Korrelationskoeffikoeffizient zient den Zusammenhang zwischen zwei Variablen aus, wobei eine Variable als Kriterium (y-Achse: analog zur abhängigen Variable im Experiment) und die andere als Prädiktor (x-Achse: analog zur unabhängigen Variable im Experiment) betrachtet wird (bei der Korrelation wird diese Unterscheidung nicht vorgenommen).

Repräsentation

Eine Repräsentation ist eine Abbildung, die zum Abgebildeten eine eindeutige Beziehung aufweist.

Schatten

Mit dem Begriff Schatten bezeichnet Jung die „dunklen“ Seiten des Wesens eines Menschen wie z. B. nicht eingestandene Tendenzen zu Habgier, Hass oder Neid, die eine im Selbsterleben und in der Selbstdarstellung liebenswürdige Person sich oft nicht eingestehen kann (geschweige denn die latente Bereitschaft, aus Rache zu morden, oder andere böse Seiten).

Selbst

Das Selbst ist der zentrale persönlichkeitspsychologische Begriff für die aus der gesammelten Lebenserfahrung (d. h. aus dem autobiografischen Gedächtnis) entwickelte Erfahrungsbasis, die eine umfassende Vernetzung mit Emotionen und Bedürfnissen aufweist. Dieses System kann wegen seiner Komplexität nicht vollständig expliziert werden, steht aber in den jeweils handlungsrelevanten Ausschnitten immer wieder dem explizierbaren Teil des Bewusstseins (d. h. des Ich) zur Verfügung. Das Selbst kann als die höchste Integrationsstufe paralleler („ganzheitlicher“) Verarbeitung betrachtet werden, auf der eine „persönliche“ Entscheidung sehr viele Gesichtspunkte berücksichtigen kann (z. B. eigene und fremde Bedürfnisse,Werte und Fähigkeiten).

Selbstberuhigung

Selbstberuhigung ist die Fähigkeit, negativen Affekt dadurch nachhaltig herunterzuregulieren, dass das auslösende Erlebnis mit der gesammelten Lebenserfahrung (dem Selbst) in Kontakt kommt (statt defensiv abgewehrt zu werden) und dadurch mit Hilfe von Prozessen wie Relativierung, Differenzierung und Sinnstiftung allmählich ins Selbst integriert wird (vgl. Selbstentwicklung).

Selbstentwicklung

Selbstentwicklung ist der Lernprozess des Selbst (Selbstwachstum, „Reifen“), der durch zunehmende Integration zunächst selbstfremder Erfahrungen erreicht wird (vgl. Individuation). Dieser Integrationsprozess erfordert einerseits die Offenheit auch für unangenehme Erfahrungen (diskrepanzsensitive Objekterkennung) und andererseits die Fähigkeit, solche Einzelerfahrungen allmählich mit der gesammelten Lebenserfahrung (dem Selbst) in Kontakt zu bringen.

Selbstkongruenz

Selbstkongruenz ist die Übereinstimmung zwischen Ich und Selbst (z. B. zwischen expliziten Zielen des Ich und impliziten Bedürfnissen, Motiven oder anderen selbstreferenziellen Inhalten).

 

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