Lehrbuch der Persönlichkeitspsychologie

Glossar


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Selbstkontrolle

Der Begriff der Selbstkontrolle beschreibt die in der westlichen Welt verbreitete Auffassung vom Willen. Sie ist nicht durch die Einbindung, sondern durch den Ausschluss möglichst vieler Kräfte charakterisiert, also mit der Disziplin des bewussten Ich vergleichbar, die alle Gedanken, Gefühle oder Handlungstendenzen ausfiltert oder sogar unterdrückt, die die Ausführung der aktuellen (bewussten) Intention gefährden.

Selbstmotivierung

Selbstmotivierung ist die Fähigkeit, den Verlust von positivem Affekt, wie er z. B. bei Enttäuschungen, Verlusterlebnissen oder unerledigten Absichten auftritt, durch Kontakt mit der gesammelten Lebenserfahrung (dem Selbst) nachhaltig gegenzuregulieren.

Selbstregulation

Die Selbstregulation ist eine Form der zentralen Koordination, die wie das Oberhaupt eines demokratisch geführten Unternehmens oder Landes möglichst viele Stimmen integriert (Gedanken, Emotionen, eigene und fremde Bedürfnisse und Werte, etc.), um zu Entscheidungen und Handlungsabsichten zu kommen, die möglichst viele Selbstanteile repräsentieren, sodass auch „Stimmen“, die bislang nicht integrierbar waren, zur emotionalen und kognitiven Unterstützung der Entscheidung bewegt werden können (Selbstmotivierung).

Selbststeuerung

Wille

sequenzielle Prozesse

Sequenzielle Prozesse sind Verarbeitungsvorgänge, die überwiegend oder ausschließlich in aufeinander folgenden Schritten erfolgen. Parallele Verarbeitung bedeutet dagegen, dass viele Informationen gleichzeitig verarbeitet werden (modellierbar durch konnektionistische Netzwerke).

Sinn

Sinn lässt sich definieren als eine komplexe kognitive Verweisungsstruktur, die eine oder mehrere Erfahrungen mit einer Vielzahl persönlicher Bedürfnisse, Ziele und Werte verknüpft. Wegen dieser Komplexität ist nach Frankl Sinn mit Hilfe des „bewussten“ analytischen Denkens allein nicht konstruierbar.

Stimmung

Emotionen treten im Erleben als Figur hervor, während Stimmungen den Hintergrund des bewussten Erlebens bilden, der von einer Vielzahl von einzelnen Emotionen beeinflusst werden kann.

subaffektiv (auch „prä-affektiv“)

Ein Prozess, der zeitlich bzw. phylogenetisch vor der Entstehung von Affekten postuliert wird (z. B. Bedürfnis) und neuroanatomisch unterhalb („sub“) der für Affekte relevanten Hirnregionen lokalisiert wird.

subkognitiv (auch „prä-kognitiv“)

Ein Prozess, der zeitlich bzw. phylogenetisch vor der Entstehung höherer Kognitionen angesiedelt wird (neuroanatomisch: „subcortikal“).

Temperament

Mit Temperament bezeichnet man eine globale, aus vielen aktuellen Gegebenheiten wie auch stabilen Dispositionen gespeiste Quelle der Erregbarkeit (Sensibilität der Wahrnehmung) und Aktivierbarkeit (des Verhaltens), die erlebnis- bzw. verhaltensrelevante Prozesse intensiviert (z. B. Gewohnheiten, Affekte, Ziele, Selbstwahrnehmung). Im Unterschied zur Anreizmotivation sind positive oder negative Affekte, die durch Aktivierung oder Erregung intensiviert weniger überdauernd an Objekte gebunden (d. h. mehr situationsabhängig, „launisch“, opportunistisch).

Validität

Ein Test hat eine hohe Validität, wenn er wirklich das misst, was er messen soll.

Verstärker

Positive Verstärker erhöhen die Auftretenshäufigkeit des Verhaltens, nach dessem Auftreten sie kontinuierlich (jedes Mal: 100 %) oder zuweilen (z. B. in 50 % der Fälle) verabreicht werden. Negative Verstärker sind aversive Reize, die die Auftretenshäufigkeit des Verhaltens erhöhen, wenn sie ausbleiben (d. h. das „Belohnende“ liegt in der Erleichterung darüber, dass das aversive Ereignis ausbleibt).

Volition

Wille

Wechselwirkung

Eine Wechselwirkung zwischen zwei Variablen A und B liegt vor, wenn die Wirkung einer Variable vom Zustand der anderen Variable abhängt, d. h. wenn die Wirkung einer Variablen nicht bei allen Ausprägungen der anderen Variablen dieselbe ist (z. B. wenn ein Medikament Introvertierte aktiviert, aber Extravertierte dämpft). Graphisch drückt sich eine Wechselwirkung darin aus, dass die Linien nicht parallel verlaufen (wenn sie sich kreuzen, liegt eine disordinale Wechselwirkung vor).

Wille

Mit den Begriffen Wille, Volition, Selbststeuerung oder zentrale Exekutive ist die Funktion einer Art „Führungszentrale“ gemeint, die mit Hilfe einer ganzen Reihe von Teilfunktionen aus allen Ebenen der Persönlichkeit Informationen aufnimmt (dominante Handlungsimpulse, Aktivierung, Affekte, stressabhängige Pro- oder Regression, vorbegriffliche Motive, vernetztes Denken etc.) und aufgrund eines Abgleichs mit einem spezifischen Ziel und/oder einem integrierten Überblick über eigene und fremde Bedürfnisse und Werte die genannten Funktionsebenen der Persönlichkeit so beeinflusst, dass die Zielerreichung und/oder die Selbstentwicklung optimiert werden können.

Ziele

Ziele sind kognitive Repräsentationen angestrebter Handlungsergebnisse. Ziele werden gebildet, wenn das angestrebte Handlungsergebnis nicht sofort erreicht werden kann (im Unterschied zu Absichten liegt die Schwierigkeit nicht in der emotionalen Überwindung, die die notwendige Handlung kostet, sondern in der Organisation eines Handlungsplans, der zu dem gewünschten Ergebnis führt).

 

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