Lehrbuch der Persönlichkeitspsychologie

Glossar


alle Einträge A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Bedürfnis

Ein Bedürfnis ist eine organismische (d. h. neurobiologisch instantiierte, aber nicht notwendigerweise kognitiv repräsentierte) Ist-Sollwert-Diskrepanz, z. B. zwischen dem erwünschten und dem tatsächlichen Blutzuckerspiegel oder dem erwünschten und dem tatsächlichen Ausmaß an zwischenmenschlichem Kontakt (wie er z. B. durch Berührung signalisiert wird).

Begriffe

Begriffe lassen sich durch ihre hierarchischen Beziehungen und ihre Elemente von anderen Begriffen abgrenzen, z. B. ist ein Stuhl ein Möbelstück („Oberbegriff“), von dem es verschiedene Typen wie Gartenstuhl und Küchenstuhl gibt („Unterbegriff“), das an Elementen wie vier Beinen und einer Sitzfläche etc. von anderen Möbelstücken abgrenzbar ist (vgl. Pseudobegriffe oder Vorbegriffe).

Behaviorismus (methodologischer)

Der methodologische Behaviorismus lässt im Unterschied zum (methodologischer) radikalen Behaviorismus theoretische Begriffe (z. B. hypothetische Konstrukte wie Kognition und Emotion) zu, aber eigentlich nur, wenn sie möglichst direkt operationalisierbar sind, d. h. an Messoperationen verankert werden können.

Bewusstsein

Bewusstsein ist eine Form der mentalen Repräsentation, durch die Informationen verschiedenen Verarbeitungssystemen gleichzeitig oder wechselseitig zur Verfügung stehen (vgl. die von Baars verwendete Metapher einer zentralen Informationstafel). Die wechselseitige Beteiligung verschiedener Repräsentationssysteme (z. B. Denken und Fühlen; bildhaft-analoge und analytisch-begriffliche Formate) hat den Vorteil, dass sich bei auftretenden Schwierigkeiten mehrere Systeme an der Lösungsfindung beteiligen können und dass die beteiligten Systeme eine zunehmend umfassende und integrative Erkenntnisleistung erbringen. Persönlichkeitspsychologisch ist die Unterscheidung von primärem und sekundärem Bewusstsein relevant (Introspektion).

Bewusstseinsbildung

Bewusstseinsbildung bedeutet das Entstehen („Emergenz“) immer umfassenderer Integrationen von Erfahrungslandschaften, die aus der Wechselwirkung zwischen einer ganzheitlichen (parallel-distribuierten) und einer analytischen (auf das Wesentliche reduzierenden) Erkenntnisform zustande kommt (dialektischer Bewusstseinsbegriff).

 

Ihr Suchergebnis leitet Sie auf die Website www.testzentrale.de.