Lehrbuch der Personalpsychologie

Glossar


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ACE

Acronym für drei Grundvoraussetzungen der Arbeitsleistung einer Person: A(lignment) in Bezug auf übergeordnete Ziele; C(apabilities) wie Know-how, Arbeitsmittel, nötige Strukturen; und (—>) Engagement. (vgl. Kapitel von Borg)

Affiliatives freiwilliges Arbeitsengagement

engl.: affiliative citizenship performance, eine Form (—>) freiwilligen Arbeitsengagements, die – im Gegensatz zu (—>) konstruktiv-kritischem freiwilligem Arbeitsengagement – primär auf das reibungslose Funktionieren der Organisation im Status quo hinwirkt. (vgl. Kapitel von Muck & Wesche)

Aktives Zuhören

Form des Zuhörens, bei der dem Sprecher durch nonverbale Bestätigung und Nachfragen signalisiert wird, dass man ihm zuhört. (vgl. Kapitel von Fiege, Muck & Schuler)

Akzeptanz personalpsychologischer Verfahren

Positive Reaktion der Betroffenen auf prozedural faire (sozial valide) Gestaltung insbesondere von Auswahl- und Beurteilungsprozessen. (vgl. Kapitel von Görlich & Schuler)

Allgemeines Adaptationssyndrom

Unspezifische körperliche Reaktion auf innere und äußere Stressoren. Bei der Stressreaktion werden drei Phasen unterschieden: Alarmreaktion, Anpassungsphase und Erschöpfungsphase. (vgl. Kapitel von Bamberg & Vahle-Hinz)

Allostatische Ladung

Abnutzung des Körpers, die aufgrund von wiederholter allostatischer Reaktion des Körpers (z.B. erhöhter Herzschlag) oder der mangelnden Fähigkeit des Körpers, die allostatische Reaktion wieder abzuschalten, erfolgt. (vgl. Kapitel von Bamberg & Vahle-Hinz)

Andere Charakteristika

Aus der Sammelbezeichnung KSAO „Andere Charakteristika“ („other characteristics“) Eigenschaften oder Verhaltensbereitschaften, die bei bestimmten beruflichen Bedingungen erfolgsrelevant sein können (wie z.B. eine bestimmte Körpergröße oder die Bereitschaft, auch bei widrigen Wetterbedingungen im Freien zu arbeiten). (vgl. Kapitel von Schuler)

Anforderungsanalyse

Analyse zur Ermittlung der aktuellen sowie ggf. zukünftigen personrelevanten psychischen und psychophysischen Voraussetzungen für den zu besetzenden Arbeitsplatz, das Aufgabenfeld, die Ausbildung bzw. das Studium oder den Beruf, für das/den/die Eignung einer Person oder Gruppe festgestellt werden soll – einschließlich der Merkmale, die für die berufliche Zufriedenheit bedeutsam sind. (vgl. Kapitel von Kersting)

Anpassung

Anpassung beschreibt den Versuch von Menschen angesichts erfahrener Veränderungen in deren Handlungsumfeld, das entstandene Ungleichgewicht zwischen eigenen Handlungszielen und -kompetenzen einerseits und den Anforderungen und Möglichkeiten des neuen Umfelds andererseits zu beseitigen. Anpassung äußert sich spezifisch in Kognitionen (z.B. Ursachenzuschreibung), Emotionen (z.B. Angst) und Verhalten (z.B. Mehrarbeit). Für die Anpassung im Rahmen eines Auslandseinsatzes sind drei Anpassungsdimensionen maßgeblich: (a) Anpassung an die neuen Arbeitsaufgaben, (b) Anpassung an den Umgang mit einheimischen Mitarbeitern am Entsendungsort und (c) Anpassung an die Lebensbedingungen am Einsatzort. (vgl. Kapitel von Moser, Soucek & Hassel)

Anreize

Anreize sind Merkmale von Situationen, die dazu anregen, bestimmte Handlungen zu zeigen bzw. zu unterlassen. (vgl. Kapitel von Nerdinger)

Arbeits- und Anforderungsanalyse

Methoden zur Untersuchung von Arbeitstätigkeit, ihrer Kenntnis- und Fähigkeitsvoraussetzungen sowie ihrer sozialen und materiellen Bedingungen. Soll zwischen den beiden Begriffen differenziert werden, so kann von „Arbeitsanalyse“ gesprochen werden, wenn der Arbeitsplatz in Situationsbegriffen beschrieben wird (z.B. benutzte Werkzeuge), von „Anforderungsanalyse“ dagegen für die Beschreibung einer Tätigkeit in Personbegriffen (z.B. erforderliche Fähigkeiten). (vgl. Kapitel von Schuler)

Arbeitsklima

Das Arbeitsklima bezeichnet die spezielle Situation an einem Arbeitsplatz, die jeweils auf die Mitarbeiter wirkt. Dabei spielen Faktoren wie die Arbeitszeit und andere Arbeitsbedingungen, der kollegiale Umgang und die Anerkennung durch die Vorgesetzten eine Rolle. Das Arbeitsklima kann wiederum (—>) Motivation, (—>) Arbeitszufriedenheit und (—>) Leistung der Arbeitenden beeinflussen. (vgl. Kapitel von Moser & Sende)

Arbeitsprobe

Die Arbeitsprobe ist der Prototyp der (—>) Simulationsorientierten Verfahren der Personalauswahl. Die Bewerber werden konkreten Aufgaben des Arbeitsalltags konfrontiert, die sie zu bearbeiten haben. Der Prozess und/oder das Ergebnis wird anschließend von Arbeitsplatzexperten bewertet. (vgl. Kapitel von Kanning & Schuler) 

Arbeitsrecht

Zum Arbeitsrecht gibt es kein einheitliches Gesetzbuch, vielmehr sind die geltenden Regelungen über zahlreiche einzelne Gesetze verteilt. Grundgedanke des Arbeitsrechts ist die Überwindung der – typischerweise vorhandenen – Disparität zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, um im Wege von arbeitnehmerschützenden Vorschriften mehr (—>) Gerechtigkeit im Arbeitsleben zu schaffen. (vgl. Kapitel von Püttner)

Arbeitszufriedenheit

Arbeitszufriedenheit bezeichnet die Einstellung zur Arbeit. Arbeitszufriedenheit äußert sich in der emotionalen Reaktion auf die Arbeit, die Meinung über die Arbeit (kognitive Dimension) und die Bereitschaft, sich in der Arbeit zu engagieren (konative Dimension). (vgl. Kaptitel von Nerdinger)

Artifizielle Zusammenhänge

Zusammenhänge zwischen Belastungen, Ressourcen und Wohlbefinden, die auf methodische oder konzeptionelle Probleme zurückzuführen sind und dazu führen, dass der Zusammenhang über- oder unterschätzt wird. (vgl. Kapitel von Bamberg & Vahle-Hinz)

Assessment Center

Assessment Center (AC) gehören im engeren Sinn zu den (—>) Simulationsorientierten Verfahren der Personalauswahl. Im weiteren Sinn umfasst es auch konstrukt- und biografieorientierte Verfahrenskomponenten. Die Bewerber absolvieren der Reihe nach mehrere Übungen (z.B. Rollenspiel, Präsentation, Gruppendiskussion), in denen für die fragliche Stelle bedeutsame Kompetenzen untersucht werden. Die Übungen simulieren Situationen aus dem Berufsalltag. Das Verhalten der Bewerber wird durch eine Gruppe geschulter Beobachter bewertet. (vgl. Kapitel von Kanning & Schuler)

Atypische Beschäftigungsverhältnisse

Wird in Abgrenzung zum Normalarbeitsverhältnis definiert. Normalarbeitsverhältnisse sind durch unbefristete Vollzeittätigkeit oder Teilzeittätigkeit, die in die sozialen Sicherungssysteme eingebunden ist, gekennzeichnet. Atypisch sind Beschäftigungsverhältnisse, die von dieser Norm abweichen (z.B. Zeitarbeit). (vgl. Kapitel von Bamberg & Vahle-Hinz)

Aufgabenbezogene Leistung

engl.: task performance, vgl. (—>) Intrarollenverhalten. (vgl. Kapitel von Muck & Wesche)

Auslandsentsendung

Auslandsentsendung bzw. Auslandseinsatz ist der zeitlich befristete Wechsel eines Mitarbeiters auf eine Position außerhalb des Landes, in dem er seinen Heimatwohnsitz hat. Die Dauer des Aufenthalts ist meist auf einen Zeitraum zwischen drei und sechs Jahren begrenzt. Die Auslandsentsendung umfasst sowohl die Tätigkeit von Mitarbeitern aus dem Stammland des Unternehmens im Ausland, als auch den Einsatz ausländischer Mitarbeiter auf Positionen im Stammland des Unternehmens oder in einem weiteren Land außerhalb ihres Herkunftslandes. Aufgabenstellung und arbeitsvertragliche Gestaltung von Auslandsentsendungen sind vielfältig. (vgl. Kapitel von Kühlmann)

 

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