Pädagogische Psychologie – Diagnostik, Evaluation und Beratung

Fragen zum 1. Kapitel – Einleitung


Frage 1

Was versteht man unter dem Perspektivendualismus, der die Pädagogische Psychologie bis heute prägt?


Antwort zu Frage 1

Damit ist gemeint, dass innerhalb der Pädagogischen Psychologie zwei unterschiedliche Perspektiven der Psychologie aufeinandertreffen: die Perspektive der psychologischen Grundlagenforschung und die der pädagogischen Praxis.



Frage 2

Was ist in der Pädagogischen Psychologie mit Passungshypothese gemeint?


Antwort zu Frage 2

Mit der Passungshypothese ist gemeint, dass instruktionale Unterstützungsangebote (wie Erklärungen, Unterricht oder Trainings) nur insoweit wirksam sind, wie die dafür notwendigen Voraussetzungen beim Lernenden gegeben sind, d.h. die optimale Förderung ist so an den Lernenden angepasst, dass dieser weder unter- noch überfordert wird.



Frage 3

Was versteht man unter dem Expertise-Umkehr-Effekt?


Antwort zu Frage 3

Vom Expertise-Umkehr-Effekt spricht man, wenn instruktionale Hilfen das Lernen von Personen mit geringem Vorwissen (Novizen) positiv beeinflussen, das Lernen von Personen mit hohem Vorwissen (Experten) jedoch nicht nur nicht unterstützen, sondern sogar behindern oder gar zu Leistungseinbußen führen.



Frage 4

Welches sind die wesentlichen drei Aufgaben für die Pädagogische Psychologie?


Antwort zu Frage 4

Die drei Aufgaben für die Pädagogische Psychologie sind die Erforschung folgender Fragen:

1. die Frage danach, welches relevante Variablen sind, die im Kontext pädagogisch-psychologischer Untersuchungen Berücksichtigung finden sollten;

2. die Frage, wie diese Variablen zuverlässig und effizient erfasst werden können, damit sie berücksichtigt werden können und

3. die Aufgabe, angemessene theoretische Modelle zu entwickelt, die die Interaktion von Lernervoraussetzungen und pädagogisch-psychologischen Interventionen erklären und vorhersagen können.



Frage 5

Wann und wozu benötigt man Diagnostik, Beratung und Evaluation bei pädagogischen Entscheidungen?


Antwort zu Frage 5

Sollen pädagogisch-psychologische Handlungen geplant, durchgeführt und hinsichtlich ihrer Ergebnisse bewertet werden, sind Diagnostik, Beratung und Evaluation unabdingbar. Praktische Beispiele hierfür finden sich u.a. im Schul- und Hochschulunterricht, in beruflichen und außerschulischen Bildungsangeboten oder auch in Maßnahmen zum spezifischen Kompetenzerwerb (z.B. dem Führerscheinerwerb) und zum selbstgesteuerten Lernen.



Frage 6

Erläutern Sie die Unterschiede zwischen Selektions- und Modifikationsdiagnostik sowie Status- und Prozessdiagnostik.


Antwort zu Frage 6

Bei der Selektionsdiagnostik geht es darum, Personen oder Bedingungen nach ihrer Eignung für ein bestimmtes Ziel auszuwählen. Bei der Modifikationsdiagnostik besteht das Ziel des diagnostischen Prozesses in einer Veränderung (von Personen oder äußeren Bedingungen).


Bei einer Statusdiagnostik möchte man Aussagen über einen aktuellen Zustand treffen können, während es bei der Prozessdiagnostik darum geht, Veränderungen von Merkmalsausprägungen festzustellen.



Frage 7

Nennen Sie zwei personenbezogene und zwei systembezogene diagnostische Anlässe, zu denen die Pädagogische Psychologie Beiträge leisten kann.


Antwort zu Frage 7

Personenbezogene diagnostische Anlässe:
•    Diagnostik von Lern- und Leistungsvoraussetzungen (z.B. Diagnostik von Teilleistungsstörungen)
•    Einschätzung von Leistungsergebnissen


Systembezogene diagnostische Anlässe:
•    Evaluation von Unterricht und Lehre oder Trainingsmaßnahmen
•    Systemevaluation von Schulen, Schultypen oder Schulsystemen



Frage 8

Was setzt die Nutzung empirischer Daten zur Gestaltung von Lernprozessen im Sinne evidenzbasierter Praxis voraus? Warum ist dies im schulischen Kontext häufig schwierig?


Antwort zu Frage 8

Die empirischen Daten müssen sowohl in ausreichender Menge als auch in ausreichender wissenschaftlicher Qualität vorhanden sein. Im schulischen Kontext lassen sich aus methodischen und praktischen Gründen jedoch häufig nur nicht experimentelle Forschungsdesigns (anstatt experimenteller Kontrollgruppenstudien) durchführen.



 

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