Pädagogische Psychologie – Lernen und Lehren

Glossar


alle Einträge A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Anchored Instruction

Instruktionspsychologisches Modell aus der Gruppe der Theorien situierten Lernens, das auf dem Prinzip der narrativen Verankerung der zu vermittelnden Lehrinhalte basiert. Bekannt geworden sind insbesondere die Jasper Woodbury-Abenteuer der Cognition and Technology Group at Vanderbilt (1992).

Anderson-Greeno-Debatte

Wissenschaftliche Debatte zwischen einer eher kognitionspsychologischen und einer eher konstruktivistischen Sichtweise auf Lehr-Lernprozesse, die sich im Kern mit dem Problem des Transfers befasst.

Angebots-Nutzungs-Modell

Auf den Bildungsforscher A. Helmke zurückgehendes, verbreitetes Rahmenmodell der Unterrichtswirksamkeit, das die Effizienz des schulischen Unterrichts als ein komplexes Zusammenwirken von Unterrichtsangeboten, Lerneraktivitäten und kontextuellen Rahmenbedingungen modelliert.

Anterograde Amnesie

Gedächtnisausfall für jene Ereignisse, die zeitlich nach der Gehirnschädigung liegen (vgl. Retrograde Amnesie).

Aptitude-Treatment-Interaction (ATI)

Wechselwirkung zwischen Fähigkeit bzw. Eigenschaft (Aptitude) von Lernenden und Lernbedingung (Treatment). Eine Wechselwirkung bedeutet, dass eine Lernbedingung abhängig von den Fähigkeiten bzw. Eigenschaften der Lernenden eine unterschiedliche Wirkung entfalten kann.

Arbeitsgedächtnis

Kognitive Funktionen und Prozesse, die Informationen im laufenden Informationsverarbeitungsprozess aktiviert halten. Im Arbeitsgedächtnis werden Informationen kurzzeitig gespeichert und verarbeitet.

Attribution

Ursachenzuschreibung. Unter Attribution wird in der Psychologie ein kognitiver Prozess verstanden, bei dem wahrgenommenen Ereignissen mögliche Ursachen zugewiesen werden. Grundlage hierfür ist die systematische Analyse des gemeinsamen Auftretens verschiedener Ereignisse (Kovariationsprinzip). In der Pädagogischen Psychologie wird insbesondere die Attribution von Erfolg und Misserfolg in (schulischen) Leistungssituationen untersucht.

Attributionsstil

Typische Art und Weise, in der Personen Erfolge und Misserfolge durch unterschiedliche Ursachen erklären (z. B. Fähigkeit, Anstrengung, Glück).

Aufgabenanalyse

Beschreibung deklarativer und prozeduraler Wissenskomponenten, die zum Lösen einer Aufgabe erforderlich sind.

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit auf etwas zu richten bedeutet, Informationen auszuwählen und diesen Informationen Priorität bei der Verarbeitung zu geben, dafür werden andere Informationen ausgeblendet.

Automatisierung

Mit fortschreitender Übung wird immer weniger Aufmerksamkeitszuwendung nötig, um ein Verhalten (z. B. eine Fertigkeit) auszuführen.

Begabung

Ausmaß, in dem eine Person Fähigkeiten besitzt, die es ihr ermöglichen, im Vergleich zu anderen besonders gute Ergebnisse zu erzielen. Dabei liegt der Ursprung der Begabung in einer Veranlagung und geht nicht (allein) auf Förderung oder Übung zurück.

Bezugsnorm

Standard, mit dem ein Leistungsergebnis verglichen wird, um es zu bewerten.

Bildungswissenschaften

Sammelbezeichnung für eine Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen, die sich mit der wissenschaftlichen Analyse von Bildungsfragen befassen. Zu ihren Hauptbezugsdisziplinen gehören Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, aber auch die Philosophie und die Wirtschaftswissenschaft.

Black-Box-Modell

Wissenschaftstheoretische Grundposition des Behaviorismus, nach dem alle intrapsychischen Prozesse nicht der (wissenschaftlichen) Beobachtung zugänglich sind und daher auch nicht zur Erklärung von Verhalten herangezogen werden können.

Bobo-Doll-Experimente

Grundlegende Experimente von A. Bandura zur Begründung der Theorie des Modelllernens, bei denen das Verhalten von Kindern in Abhängigkeit der Beobachtung des (experimentell variierten) Umgangs eines Versuchsleiters mit einer Spielzeugpuppe variierte.

Chunk

Ein Chunk ist das Ergebnis der Bündelung von aktuell verarbeiteten Informationen durch Langzeitgedächtnisstrukturen, sodass das Arbeitsgedächtnis entlastet wird.

Cognitive Apprenticeship (Kognitive Meisterlehre)

Instruktionspsychologisches Modell aus der Gruppe der Theorien situierten Lernens, das auf einer Analogie der (idealisierten) Meister-Lehrlingsbeziehung in der Handwerksausbildung basiert. Beinhaltet Elemente des Modelllernens und des situierten Lernens und eignet sich u. a. zur Strukturierung von Unterrichtssequenzen. Instruktionsmethode für Coaching-Situationen zwischen Experten und Novizen, um komplexe prozedurale Wissensbestände offenzulegen und zu vermitteln. Dazu wird die Interaktion und Kommunikation zwischen Expertin und lernender Novizin strukturiert. Wichtige Elemente sind das Vormachen durch den Experten, das Selbst-Versuchen einer Lösung durch den Novizen und das gemeinsame Reflektieren der Lösungsversuche.

Deklaratives Gedächtnis

Explizites (bewusst zugängliches) Gedächtnis für verbalisierbare Fakten, Zusammenhänge, Konzepte, Ereignisse.

Deliberate Practice

Kognitiv anstrengende, gezielte Übetätigkeit mit dem Ziel, Aspekte der Tätigkeit bewusst zu verbessern. Problemlösende Herangehensweise, Fehleranalyse und Reflexion spielen eine große Rolle, nicht aber das repetierende Ausführen zur Automatisierung.

 

Ihr Suchergebnis leitet Sie auf die Website www.testzentrale.de.