Psychologische Diagnostik

Fragen zum 1. Kapitel


Frage 1

Überlegen Sie, welche Konsequenzen eine essenzialistische Interpretation die Aussage „Sie haben eine geringe Intelligenz“ haben könnte.


Antwort zu Frage 1

Eine essenzialistische Interpretation der Aussage „Sie haben eine geringe Intelligenz“ könnte dazu führen, dass die betreffenden Personen sich selbst für unabänderlich unbegabt halten und dass diese Selbstzuschreibung nicht auf das verwendete diagnostische Verfahren und das Setting bezogen wird, in dem die Intelligenzausprägung ermittelt wurde.



Frage 2

Welche Definitionen der psychologischen Diagnostik kennen Sie?


Antwort zu Frage 2

Ziegler und Bühner (2012, S. 13):
„Psychologische Diagnostik ist ein essenzieller Bestandteil der praktischen Tätigkeit von Psychologen, die zielgerichtet eingesetzt wird, um konkrete Fragestellungen zu beantworten. Dazu bedient sich die Diagnostik verschiedener, entsprechend der Fragestellung ausgewählter Methoden, zu denen Tests, Fragebögen, Verhaltensbeobachtungen, Interviews sowie andere Quellen (z.B. Dokumente oder Nebengutachten) gehören.“

Schmidt-Atzert und Amelang (2012, S. 4):
„Psychologische Diagnostik ist eine Teildisziplin der Psychologie. Sie dient der Beantwortung von Fragestellungen, die sich auf die Beschreibung, Klassifikation, Erklärung oder Vorhersage menschlichen Verhaltens und Erlebens beziehen. Sie schließt die gezielte Erhebung von Informationen über das Verhalten und Erleben eines oder mehrerer Menschen sowie deren relevanter Bedingungen ein. Die erhobenen Informationen werden für die Beantwortung der Fragestellung interpretiert. Das diagnostische Handeln wird von psychologischem Wissen geleitet. Zur Erhebung von Informationen werden Methoden verwendet, die wissenschaftlichen Standards genügen.“

Beauducel und Leue (2014, S. 21):
„Psychologische Diagnostik beinhaltet die empirisch basierte, möglichst genaue Schätzung der Ausprägung und Veränderung psychologischer Konstrukte bei Merkmalsträgern, sowie die möglichst genaue Klassifikation der Merkmalsträger in Gruppen mit ähnlichen psychischen Merkmalen, unter Beachtung transparenter, wissenschaftlicher und ethischer Standards sowie einer kompetenzbasierten, theorie- bzw. regelgeleiteten Integration und Interpretation der Informationen (Gutachten, Diagnose, Prognose) mit dem Ziel der Beantwortung diagnostischer Fragestellungen (z.B. Vorbereitung von Interventionsmaßnahmen und Entscheidungen).“



Frage 3

Warum sollte sich psychologische Diagnostik nicht auf zeitlich stabile Merkmale beschränken?


Antwort zu Frage 3

Weil Stimmungen und Zustände ebenfalls verhaltensrelevant werden können.

Weil Stimmungen und Zustände die zeitlich stabileren Merkmale überlagern können, so dass durch die Berücksichtigung von Stimmungen und Zuständen eine genauere Abschätzung der zeitlich stabileren Merkmale ermöglicht werden kann.



Frage 4

Welche Rechtsgüter und welche ethischen Prinzipien können bei einer psychophysiologischen Täterschaftsermittlung in Konflikt geraten?


Antwort zu Frage 4

Die Möglichkeit der Identifikation von Straftätern kann mit den Persönlichkeitsrechten der verdächtigten Personen in Konflikt geraten. Bei einer freiwilligen Teilnahme an einer psychophysiologischen Täterschaftsermittlung muss das Selbstbestimmungsrecht der Person jedoch nicht als eingeschränkt gelten.



Frage 5

Warum ist die ausschließliche Erfassung, ob eine Person minderjährig oder volljährig ist, nach der in Kapitel 1 vorgeschlagenen Definition keine psychologische Diagnostik?


Antwort zu Frage 5

Weil aus der Minder- oder Volljährigkeit nicht direkt auf psychologische Merkmale und deren Ausprägung geschlossen werden kann.



 

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