Versuchsplanung und experimentelles Praktikum

Fragen und Antworten zum 1. Kapitel


Frage 1

Überlegen Sie, welche widersprüchlichen Volksweisheiten Sie kennen und ob Sie bereits empirische Befunde zu diesen Themen kennen. Können Sie sich vorstellen wie man diese Volksweisheiten als präzise Hypothesen in einem Experiment gegenüberstellen könnte?


Antwort zu Frage 1

Keine Musterlösung zur Frage.



Frage 2

Was sind die Zielsetzungen der Wissenschaft „Psychologie“?


Antwort zu Frage 2

Die Psychologie zielt darauf ab, das menschliche Verhalten und Erleben sowie seine Bedingungen und Konsequenzen mit empirisch-wissenschaftlichen Methoden zu erfassen. Hypothesen über Kausalzusammenhänge werden aufgestellt und mittels Experimenten und anderer empirischer Methoden überprüft. Diese Erkenntnisse dienen der Systematisierung und Erklärung des Gegenstandsbereichs. Erfolgreich geprüfte Hypothesen können in Anwendungsmethoden zur Lösung konkreter Probleme überführt werden (z.B. Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie oder Wirtschaftspsychologie). (s. S. 20 ff)



Frage 3

Hypothese: Niedriger sozioökonomischer Status ist ursächlich für Kriminalität. Vorausgesetzt es gäbe einen korrelativen Zusammenhang, wären dafür noch Alternativerklärungen vorstellbar?


Antwort zu Frage 3

Korrelationen sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Kausalität. Es kann andere kausale Modelle geben, die eine Korrelation zwischen zwei Variablen hervorrufen, zum Beispiel eine verborgene dritte Variable, die beide beobachteten Variablen kausal beeinflusst. Im genannten Beispiel könnte etwa eine Mediationsbeziehung bestehen: niedriger sozioökonomischer Status verursacht emotionale Probleme über soziale Ausgrenzung. Letzteres ist dann für die Kriminalität verantwortlich. Oder es gibt eine dritte Variable, die beides verursacht, zum Beispiel mangelnde Bildung, die sowohl geringen Status als auch Kriminalität verursachen könnte. Es wäre theoretisch sogar der ungekehrte Fall denkbar, dass Kriminalität häufiger zu geringem sozioökonomischen Status führt. Die Korrelation allein ist also noch kein Beweis eines kausalen Zusammenhangs. Weitere theoretische und/oder empirische Argumente müssen hinzukommen. (s. S. 71 ff für Beispiele)



Frage 4

Was ist das Falisfikationsprinzip, und warum sah Popper darin die einzige sichere Möglichkeit zur Erkenntnisgewinnung?


Antwort zu Frage 4

Laut Popper können wir nie wissen, ob eine universelle Hypothese wahr ist, und auch wiederholte Bestätigungen können deren Wahrheit nicht wahrscheinlicher machen. Es kann aber festgestellt werden, ob eine universelle Hypothese falsch ist, indem man Vorhersagen über Beobachtungen aus ihr ableitet und Bedingungen herstellt, unter denen bestimmte Ergebnisse eintreten müssen, wenn die Hypothese wahr ist. Treffen die Erwartungen (wiederholt) nicht ein, so hat man die Falschheit der Hypothese aufgezeigt, und man wird sich bemühen, eine verbesserte Hypothese aufzustellen, die auch diese falsifizierenden Ergebnisse erklären kann. (S. 24 ff)



Frage 5

Erläutern Sie die Begriffe Objektivität, Transparenz und Replizierbarkeit!


Antwort zu Frage 5

Objektivität meint das Ergebnis des Bemühens, einen Konsens über beobachtete Sachverhalte herzustellen. Alle Beobachter sollten über das Beobachtete einig sein (nicht notwendig über dessen Interpretation). Transparenz meint die Nachvollziehbarkeit einer wissenschaftlichen Argumentation, vor allem auch in Bezug auf die verwendeten empirischen Methoden, die Auswertung und die Interpretation. Nur transparente Vorgehensweisen ermöglichen die Kritik durch andere WissenschaftlerInnen und das Aufdecken möglicher Schwächen. Ebenso ist Transparenz wichtig für die Replizierbarkeit von Ergebnissen: Befunde sollten wiederholbar sein, wenn sie sich auf universelle Hypothesen beziehen (s. S. 30 ff.)



 

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